Sportförderung : Neuer Vertrag gibt Sportvereinen Sicherheit bis 2018

Die KSV-Vorsitzende Ute Freund ist nicht glücklich über die Einsparungen, begrüßt aber die Planungssicherheit für die kommenden vier Jahre.
Die KSV-Vorsitzende Ute Freund ist nicht glücklich über die Einsparungen, begrüßt aber die Planungssicherheit für die kommenden vier Jahre.

Sparbeitrag zur Haushaltskonsolidierung liegt bei 77 000 Euro im Jahr

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22. Januar 2015, 05:00 Uhr

Neumünster | Die Sportvereine sollen eine verlässliche Grundlage für ihre Finanzplanung bekommen. Der Vertrag über die Sportförderung für die Jahre 2015 bis 2018 zwischen der Stadt und dem Kreissportverband (KSV) sieht Fördermittel von 535  000 Euro pro Jahr vor. Das Gros entfällt mit 410  000 Euro auf die Entschädigung für Übungsleiter, Zuschüsse für Investitionen und die Unterhaltung von Sportanlagen der Vereine. Knapp 54  000 Euro sind für die Jugendförderung und Ausbildung vorgesehen. Der KSV darf mit 16  000 Euro für die Geschäftsführung und 55  000 Euro für die Unterhaltung der Sporthalle am Hansaring rechnen.

Der jährliche Sparbeitrag des Sports zur Haushaltskonsolidierung ist im Vertrag mit 77  000 Euro festgeschrieben. „Im Grunde ist damit das umgesetzt worden, was im Ratsbeschluss von Dezember 2014 steht und was wir auf unserem Verbandstag im Oktober gefordert haben“, sagt die KSV-Vorsitzende Ute Freund. Mit dem Vertrag sei die Sportförderung für die nächsten vier Jahre gesichert. Die Vereine hätten zwar Einbußen, nun aber Planungssicherheit. „Der Sport leistet seinen Konsolidierungsbeitrag", sagt Ute Freund und spricht beim Sportfördervertrag von einem „gemeinsamen Produkt von Sport, Politik und Verwaltung“.

Danach hatte es vor einem Vierteljahr noch nicht ausgesehen. Verwaltung und Politik bestanden da noch auf einem Sparbeitrag des Sports von 100  000 Euro. Der KSV stand vor einer Zerreißprobe: Ein Teil der Vereine neigte zu dem von der KSV-Spitze vorgeschlagenen „Sportkonsoli“, einem pauschalen Notopfer pro Sportler. Die andere Gruppe wollte eher Einbußen bei der Investitionsförderung hinnehmen (der Courier berichtete). Auf dem KSV-Verbandstag kam es dann ganz anders. Einmütig stellten sich die Sportvereine auf den Standpunkt: Der Spielraum für weitere Einsparungen ist ausgeschöpft – und die Politik hatte ein Einsehen. Auf Antrag der SPD wurde der Haushaltsansatz entsprechend geändert, und alle Ratsmitglieder stimmten dem zu.

„Weitere Kürzungen hätten die Vereine nicht verkraften können“, sagt Ratsherr Bernd Delfs (SPD). Wichtig ist ihm, dass das drohende Schwert von Hallengebühren wieder weggesteckt wurde. Und dass im neuen Vertrag festgehalten ist, dass Erlöse beim Verkauf von Sportstätten zur Hälfte wieder dem Sport zu Gute kommen sollen.

Für Ute Freund ist der Vertrag die Voraussetzung dafür, „dass wir den Weg der Sportentwicklungsplanung weiter gehen können“. Dazu gehört für sie auch der Grundsatzbeschluss, das Städtische Stadion zu modernisieren. Das Konzept für die Außensportstätten stehe in Grundzügen und solle bis Ende des Jahres verabschiedet sein. „Jetzt geht es ans Konzept für die Sporthallen“, sagt Ute Freund.

Kommentar:

Nur Gewinner

Der KSV und die Sportvereine  sind mit einem blauen Auge davon gekommen. Der neue Vertrag über die Sportförderung verlangt zwar Einbußen, aber die sind längst nicht so stark wie ursprünglich befürchtet. Insofern hat es sich gelohnt, dass die Vereine sich beim KSV-Verbandstag im Oktober auf die Hinterbeine gestellt haben. Die Politik   rückte von der geforderten  Einsparsumme wieder ab. Es wäre jedoch falsch, von einer Kraftprobe mit  Gewinnern und Verlierern zu sprechen.  Verwaltung und Politik wissen, welch unschätzbaren – auch finanziellen – Wert der Sport für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Neumünster darstellt. Und der KSV muss noch den Beweis antreten, dass der Sportentwicklungsplan  den Sport voran bringt und dabei noch Geld einspart. Erste Vorschläge sollen jetzt auf den Tisch. Man darf gespannt sein.

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