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Neumünster : Neuer Tarif: Taxi fahren wird ab Juni teurer

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Ratsversammlung in Neumünster billigt neue Beförderungstarife. Die Anfahrt des Taxis kostet künftig 3,50 Euro und damit 40 Cent mehr. Der Kilometerpreis bleibt konstant.

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erstellt am 20.Apr.2014 | 08:00 Uhr

Neumünster | Für die Neumünsteraner wird die Taxifahrt ab dem 1. Juni teurer. Die Ratsversammlung billigte die von der Verwaltung vorgeschlagene Stadtverordnung über die neuen Beförderungsentgelte: Die Grundtaxe, also die Anfahrt, steigt um 40 Cent auf 3,50 Euro, der Zuschlag für sperrige Güter wird von 2,60 auf 3 Euro erhöht. Neu eingeführt wird ein Zuschlag von 3 Euro bei Großraumtaxen mit mehr als vier Fahrgästen. Die Fahrtaxe bleibt konstant bei 1,60 Euro je gefahrenem Kilometer.

In der Ratsversammlung hatte Peter Cleve (Bündnis für Bürger) vergeblich gegen die Tariferhöhung argumentiert. Bereits mit dem seit 2011 geltenden Tarif belege Neumünster einen Spitzenplatz in Schleswig-Holstein. Im Grundpreis sei Neumünster zurzeit schon teurer als Sylt und sogar teurer als Hamburg. „Mit der jetzt anstehenden Gebührenerhöhung schlagen wir sogar München und werden damit zur teuersten Taxistadt Deutschlands“, sagte Cleve.

Er warnte vor den sozialen Konsequenzen: „Wie soll Omi aus Einfeld sich das künftig noch leisten können, ihren Ehemann im FEK zu besuchen?“ Es gebe nichts, was diese „maßlose Gebührenerhöhung“ um 13 Prozent rechtfertigen würde. Die Ratsversammlung sah das nicht so und billigte die neuen Tarife mit 33 Ja- gegen acht Nein-Stimmen.

Neumünsters Taxiobmann Thomas Heuer verteidigte die Tariferhöhung und widersprach Cleve. „Teuerste Taxistadt Deutschlands – das stimmt nicht: Nordfriesland hat schon jetzt eine Grundtaxe von 3,50 Euro, der Kreis Schleswig/Flensburg auch. Auf Sylt, Amrum und Pellworm kostet die Anfahrt 3,80 Euro.“ Das Taxigewerbe in Neumünster leide unter zu vielen wenig ertragreichen Kurzstreckentouren. „Wenn wir nicht so viele Taxen und Fahrbetriebe im Graubereich hätten, könnten wir auch in Neumünster billiger fahren“, nannte Heuer ein weiteres Argument. Die Tarifanpassung in Neumünster ist für Heuer auch nur der Anfang. „Sämtliche anderen Städte und Kreise werden ebenfalls deutlich ihre Tarife im zweistelligen Bereich anheben“, sagte Heuer, der auch Geschäftsführer der Taxigenossenschaft 44444 ist. Heuer: „Wir haben keine Lobby und müssen sehen, wie wir klarkommen. Für den einzelnen Taxiunternehmer wird die Suppe immer dünner.“

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