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Holsteinischer Courier

25. September 2017 | 04:51 Uhr

Feuerwehr : Neuer Streit um das Wittorfer Wehrhaus

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Verbaler Schlagabtausch am Dienstagabend im Ausschuss: Maurer-Unternehmen quittiert den Dienst zum Neubau der Feuer- und Rettungswache.

shz.de von
erstellt am 10.Apr.2014 | 17:00 Uhr

Neumünster | Um das Wehrhaus in Wittorf ist neuer Streit entbrannt. Arno Jahner (SPD) und Stadtbrandmeister Dr. Klaus-Peter Jürgens lieferten sich bei der Sitzung des Ausschusses für Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz am Dienstagabend im Schulungsraum der Freiwilligen Feuerwehr Stadtmitte einen verbalen Schlagabtausch.

Jürgens hatte den alten Vorschlag wieder auf den Tisch gebracht, für das auf einer Moorlinse stehende und marode Wehrhaus an der Mühlenstraße neben der Wittorfer Schule einen Neubau zu errichten. Dort sei zwar vor Jahren eine Art Schulwald angelegt worden, dieser werde aber nicht gepflegt und habe keinen erhaltenswerten Schutz. Er schlug an dieser Stelle eine günstige „Leichtbaukonstruktion in Industrieart“ vor. Diese verschlinge weniger Geld als eine Sanierung.

Doch da hielt Jahner dagegen. Er stellte in Zweifel, dass sich das lohne. „Schon jetzt kann die Wehr ihre Tagesverfügbarkeit kaum sicherstellen“, sagte er. Angesichts der bevorstehenden Haushaltsberatungen in den Fraktionen stellte er klar: „Ein neues Wehrhaus wird es mit mir nicht geben.“

Bereits kurz zuvor hatte es zwischen Jürgens und dem Chef der Bauverwaltung, Ralf-Joseph Schnittker, geknirscht. Anlass sind Schlaglöcher vor dem Wehrhaus in Tungendorf-Stadt am Kamp. Laut Jürgens handelt es sich neben einigen kleineren Stellen vor allem um zwei jeweils sechs Zentimeter tiefe und 15 bis 25 Quadratzentimeter große Krater. Schon im Frühjahr 2012 habe die Verwaltung zugesagt, diese aufzufüllen, geschehen sei aber nichts. „Meiner Meinung nach müsste der Platz sofort gesperrt werden, weil er auch Zuwegung zur Pestalozzischule ist“, sagte Jürgens. Damit sei die Einsatzfähigkeit der Wehr nicht mehr gegeben. Schnittker versprach zwar, das Projekt in der Prioritätenliste weiter nach vorne zu setzen. Er betonte aber auch, angesichts knapper Kassen gebe es Wichtigeres als diese Schlaglöcher. „Das konkurriert mit Arbeiten in Kitas und Schulen“, sagte er.

Einigkeit gab es dann wieder bei der Zustimmung für eine neue Stelle im Rettungsdienst zum 1. April. Diese ist nötig, weil das Sicherheitsniveau tagsüber nicht mehr den Landesvorgaben entspricht (der Courier berichtete). Die Kosten in Höhe von 45 500 Euro tragen die Krankenkassen. Die Ratsversammlung entscheidet am Dienstag endgültig über die Angelegenheit.

Neuigkeiten gab es schließlich zum Neubau der Feuer- und Rettungswache. Ein beauftragtes Maurer-Unternehmen sei für Putzarbeiten nicht angetreten, teilte Stadtrat Oliver Dörflinger mit. Dieses habe aber keine Auswirkungen auf den Zeit- oder Kostenplan, sagte er: „Das kann immer passieren, davor sind wir nicht gefeit.“

Im Herbst, voraussichtlich im Oktober, soll die 13,3 Millionen Euro teure Wache im Gefahrenabwehrzentrum in Betrieb gehen.

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