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Tango in der Stadthalle : „Neuer Rahmen“ mit toller Musik

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Zum Konzert von „Quadro Nuevo“ kamen nur etwa 150 Zuschauer ins Theater – aber die kamen voll auf ihre Kosten.

Neumünster | Vor zwei Jahren haben sich fünf Musiker mit Sack und Instrumenten aufgemacht nach Buenos Aires, um mitten im Herzen des Tangos den Puls der Musik aufzunehmen. Was das Quintett dort in Bars und Hinterhöfen, in Taxis und auf der Straße erlebt hat, präsentierte es am Montagabend im Theater in der Stadthalle.

Das war der erste Auftritt von „Quadro Nuevo“ in Neumünster, und die mehrfach ausgezeichnete Band – unter anderem mit dem Jazz-Echo – hat viele Konzerte im Laufe ihres 20-jährigen Bestehens gegeben, rund 1500 weltweit. „Wir lieben den Tango! Er ist lyrisch, lebendig und rhythmisch, aber auch zackig und kraftvoll. Dieses Wechselspiel gefällt uns sehr“, sagte der Kontrabassist Dietmar Lowka in der Pause. Ganz eindeutig gefiel es auch dem Publikum: Viele der nur 150 Gäste drängten sich in der Pause um die Musiker, die alle Hände voll damit zu tun hatten, CDs, Bücher und Autogramme zu verteilen.

Seit acht Jahren spielen sich „Quadro Nuevo“ in der jetzigen Besetzung in die Herzen und Tanzbeine der Zuschauer. Was als erstes überraschte, wenn man die fünf Weltmusiker auf der Bühne sah, war die Harfe. Das ist ein ungewöhnliches Instrument für den Tango. Und dann folgte die zweite Überraschung: So, wie die zart wirkende Harfinistin Evelyn Huber das Riesengerät bearbeitete, zerstreuten sich ganz schnell die Vorstellungen von einem Instrument für brave Weihnachtslieder. Sie rieb und rupfte, streichelte und zupfte, rockte an der Harfe.

Auch der Einsatz eines Saxofons und einer Klarinette, der Mulo Francel unendlich zarte Töne zu entlocken wusste, ist dem musikalischen Erfahrungsschatz der Band geschuldet. So haben die Musiker in ihren Bearbeitungen der Tangoklassiker von Carlos Gardel etwa Jazzelemente einfließen lassen. Viele Stücke haben die Künstler auch selbst geschrieben. So euphorisierte Dietmar Lowka mit einem spektakulären Bass-Solo, bei dem er seine Percussion-Fähigkeiten auf dem Hohlkörper des Instruments voll auslebte. Erfreut konnten die Besucher feststellen, dass ein echtes Bandoneon dabei war, das Andreas Hinterseher auf seinem Knie hingebungsvoll und versunken zum Klagen brachte.

„Absolut hinreißend! Jeder der Musiker für sich ist ganz großartig. Ich bin kein ausgesprochener Tango-Fan, habe aber ein Lied von ihnen im Radio gehört und wollte sie unbedingt sehen“, erzählte Birte Riquarts, die extra aus Bad Segeberg in die Stadthalle gekommen war.

Übrigens: Der Bandname „Quadro Nuevo“ bedeutet „neuer Rahmen“ und ist eine Wortkombination aus dem Spanischen und Italienischem. Er ist als Anspielung an die Herkunft der nach Argentinien eingewanderten Tangobegründer zu verstehen.

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