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Wrangelstrasse : Neuer Investor kauft alte Textilfabrik

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Brüder Tatari haben die ehemalige Tuchfabrik Julius Bartram nach 18 Jahren an einen Hamburger verkauft.

shz.de von
erstellt am 10.Jan.2016 | 17:16 Uhr

Neumünster | Ein Stück Stadtgeschichte wechselt den Besitzer: Die Unternehmer Karim und Hady Tatari haben die ehemalige Tuchfabrik Julius Bartram an der Wrangelstraße zum Jahresende an einen Hamburger Investor verkauft. Das teilte Karim Tatari jetzt auf Courier-Nachfrage mit. Als Grund nannte er dringend notwendige, aber sehr kostenintensive Investitionen, die er und sein Bruder nicht übernehmen können. Was mit dem Industriekomplex passieren soll, zu dem auch das auffällige fünfgeschossige Gebäude an der Wrangelstraße gehört, ist noch unklar.

1991 schloss die Tuchfabrik Julius Bartram als letzte in Neumünster und besiegelte damit das Ende der Tuchmachergeschichte. 1998 übernahmen die Brüder Tatari das damals herrenlose Grundstück. „Es gab keinen Eigentümer. In solchen Fällen ist es für jedermann möglich, Anspruch auf eine Fläche anzumelden“, sagt Bernd Heilmann vom Fachdienst Stadtentwicklung. Karim und Hady Tatari eröffneten im rückwärtigen Bereich eine Filiale ihres Modeunternehmens Tatex. Bereits im Oktober vergangenen Jahres teilten sie ihren Stammkunden mit, dass die Filiale zum Jahresende 2015 schließt. „Wir hatten aber noch sehr viel Ware auf Lager. Deshalb haben wir den Abverkauf nach Absprache mit dem neuen Besitzer um einen Monat bis Ende Januar verlängert“, sagt Karim Tatari. Tatex suche nun nach neuen Räumen in Neumünster, denn „der Standort ist sehr attraktiv für uns“, so der Unternehmer.

Zu seinen Plänen für die Nutzung der Immobilie hat sich der neue Besitzer noch nicht geäußert. Bauanträge liegen bei der Stadt nicht vor. Bernd Heilmann wünscht sich weiter eine gewerbliche Nutzung: „In dem Gleisdreieck wäre der Bereich der Kultur- und Kreativwirtschaft gut aufgehoben.“ Architekturbüros könne er sich dort ebenso vorstellen wie Ateliers. „Da das große Fabrikgebäude offensichtlich von guter Bausubstanz ist, könnte man es sanieren und mit einer großen Fensterfront und gläsernen Büros ausstatten“, sagt Heilmann. Am Standort gebe es zwar kaum Laufkundschaft, dennoch sei er verkehrsgünstig. Allerdings: „Eine Anbindung der Wrangelstraße an den Ring wird es auf absehbare Zeit nicht geben. Das wäre verkehrstechnisch viel zu aufwändig“, sagt Heilmann.

Auch ein Abriss ist nicht ohne weiteres möglich. Die Gebäude Wrangelstraße 9, 10, 11 und 12 sind in der Abteilung Denkmalschutz als „nicht gelistete einfache Kulturdenkmale“ aufgeführt. „Das bedeutet, eine endgültige Entscheidung über ihren Status ist noch nicht gefallen. Bei allen Umbauten muss die Stadt vorher informiert werden“, erläutert Thorben Pries, Büroleiter von Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras.

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