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Krankenhaus-technik : Neuer Computertomograf am FEK

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der neue Körperscanner ermöglicht bessere Diagnosen bei reduzierter Strahlenbelastung.

shz.de von
erstellt am 14.Feb.2017 | 08:44 Uhr

Neumünster | Besser, schneller, bequemer – der neue Computertomograf des Friedrich-Ebert-Krankenhauses (FEK) eröffnet den Ärzten neue Möglichkeiten bei der Diagnose von Patienten. Die Eine-Million-Euro-Investition ist laut Klinik eines der modernsten Geräte auf dem Markt. „Ich kenne keine andere Klinik im Land, die ein so modernes Gerät besitzt“, so Professor Dr. Thomas Jahnke, Chefarzt der Klinik für diagnostische und interventionelle Radiologie.

Der neue Körperscanner ersetzt eines der beiden in die Jahre gekommenen Geräte des FEK. Jahnke: „Die sind mittlerweile acht und zehn Jahre alt und decken nicht mehr die Anforderungen an die moderne medizinische Bildgebung.“ Die seiner Meinung nach wichtigsten Eigenschaften des neuen Gerätes: Es arbeitet wesentlich schneller und effizienter. Der Patient wird dadurch einer deutlich geringeren Strahlendosis ausgesetzt: bis zu 75 Prozent weniger als bei den alten Geräten. Möglich machen dies eine leistungsfähigere Computertechnik, eine Anpassung der Strahlendosis je nach den Körpermaßen des Patienten – und vor allem ein beschleunigter Röntgenvorgang. Letzteres sorgt noch für einen weiteren Vorteil: Schwerverletzte Patienten, bei denen es um jede Minute geht, können schneller untersucht und behandelt werden.

Für schärfere Bilder sorgt die Präzision des High-Tech-Tomografen in Verbindung mit spezieller Software zur Bildnachbearbeitung. Auch Bildstörungen werden reduziert. Jahnke: „So haben wir jetzt die Möglichkeit der nichteingreifenden Diagnose etwa bei Erkrankungen am Herzen.“ Wegen der hohen Aufnahmefrequenz – bis zu 50 Bilder in der Sekunde – sind quasi dreidimensionale Videos vom Inneren des Körpers möglich. „Wir können Organe filmen, während ein Kontrastmittel durch den Körper läuft. So können wir die Durchblutung beobachten und Störungen und Anzeichen für Schlaganfälle oder Herzinfarkte erkennen.

Für die Patienten unmittelbar wahrzunehmen sind die großzügigen Maße des neuen Computertomografen: 78 Zentimeter Durchmesser gegenüber bisher 70 Zentimetern. Das unangenehme Gefühl, das viele bei der Fahrt durch die Röhre empfinden, dürfte sich damit reduzieren. Und: Die Liege ist belastbar bis zu 300 Kilogramm. Bisher lag die Grenze bei 240 Kilogramm. Jahnke: „Wir hatten in den letzten Jahren schon Patienten, die wir nicht untersuchen konnten.“ Das dürfte nun nicht mehr so bald passieren.

Was ist Computertomografie:

Die Computertomografie (CT) ist ein Röntgenverfahren, bei dem Schnittbilder vom Körper gemacht werden, die zusammen ein dreidimensionales Bild ergeben. Der Computertomograf spielt eine zentrale Rolle in der Diagnostik von akuten Erkrankungen, Schwerverletzten sowie dem Verlauf von Erkrankungen. 2016 führte das FEK 11000 CTs durch, jedes Jahr steigt die Zahl um fünf bis zehn Prozent. Dr. Thomas Jahnke: „Es ist unser wichtigstes technisches Gerät. Für die Unfallchirurgie ist es unverzichtbar. Schlaganfallbehandlungen wären ohne es nicht möglich.“

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