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CDU-Fraktion : Neuer Chef sieht sich nicht als Nachwuchstalent

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Gerd Kühl (68) steht jetzt an der Spitze der CDU-Fraktion

Die CDU-Rathausfraktion hat anderthalb Jahre nach der Kommunalwahl einen neuen Vorstand gewählt. Neuer Mann an der Spitze ist Gerd Kühl (68), der langjährige Geschäftsführer des Unternehmensverbands Mittelholstein. Er folgt auf Babett Schwede-Oldehus, die die Fraktion seit Mai 2013 geleitet hatte.

Kühl wurde am Montagabend mit elf Ja und drei Nein-Stimmen gewählt – was angesichts der zerstrittenen Fraktion ein recht ordentliches Ergebnis ist. „Ich habe der Fraktion gesagt, dass ich mich in die Pflicht nehmen lasse, wenn es kein anderer machen will. Ich bin ja in meinem Alter nicht mehr als politischer Nachwuchs zu verkaufen“, sagte Kühl gestern zum Courier. Nach der Wahl habe er der Fraktion gesagt, er wünsche sich von allen das offene Wort, denn das liebe er schließlich auch. Und er hoffe, die drei Gegenstimmen auch noch für sich gewinnen zu können.

Die vorgezogene Neuwahl war vor zwei Wochen beschlossen worden. Babett Schwede-Oldehus und die vier anderen Vorstandsmitglieder hatten nach diversen Streitigkeiten in der Fraktion die Vertrauensfrage gestellt - die war mit nur fünf Ja-Stimmen krachend verloren gegangen. Daraufhin hatte man sich geeinigt, die Neuwahlen zur Mitte der Wahlperiode um ein Jahr vorzuziehen (der Courier berichtete).

Zu stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden wurden am Montag Wolf Rüdiger Fehrs (11 Ja-Stimmen) und Klaus Grassau (8 Ja) gewählt. Fehrs wurde wiedergewählt, Grassau folgt auf Hauke Hahn, der nicht wieder kandidierte. Als Beisitzer fungieren künftig Britta Einfeldt (11 Ja) und Schwede-Oldehus (6 Ja). Letztere hatte eigentlich angekündigt, nicht mehr für Vorstandsämter zur Verfügung zu stehen. Beisitzer waren bislang Gerd Kühl und Gerd Lassen.

Gerd Kühl will jetzt die wichtigen Themen angehen und die Aufgaben verteilen. „Als nächstes stehen die Haushaltsberatungen an. Und wir haben den Oberbürgermeister-Wahlkampf zu organisieren“, sagte Kühl.

Offen ist noch, wen die CDU-Fraktion künftig in den einflussreichen (und extra vergüteten) Hauptausschuss entsendet. Dort hat sie vier Sitze, die üblicherweise mit dem/der Vorsitzenden, zwei Stellvertretern und einem Beisitzer bestückt werden. Wenn es dabei bliebe, würden Kühl und Fehrs bleiben und Grassau auf Hahn folgen. Ob Babett Schwede-Oldehus den Platz behält oder von Britta Einfeldt abgelöst wird, müsse noch besprochen werden, so Kühl.

Und das gilt offenbar auch für die Frage des Vorsitzes im Hauptausschuss: Den stellt traditionell die größte Fraktion, also derzeit die CDU. Bislang ist das Schwede-Oldehus.

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