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Holsteinischer Courier

19. Oktober 2017 | 17:24 Uhr

Stadtplanung : Neuer Anlauf zur Tiefgarage

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Das Aus für Karstadt befeuert die Diskussion um neue Parkplätze für den Großflecken.

von
erstellt am 03.Sep.2015 | 08:00 Uhr

Neumünster | Thomas Michaelis (CDU) lässt nicht locker: Um die Parkplatzprobleme für den Großflecken ein für allemal (oder zumindest für lange Zeit) zu lösen, fordert der frühere Stadtkämmerer erneut eine Tiefgarage unter dem zentralen Platz. Die Stadt soll das Gespräch mit erfahrenen Parkhausbetreibern suchen, die Interesse daran haben könnten, das Projekt auf eigene Kosten zu bauen und zu betreiben, fordert Michaelis. Einen entsprechenden Vorschlag will der CDU-Mann heute Abend im Bauausschuss (17.30 Uhr, Neues Rathaus ) vorstellen.

Der Vorstoß ist nicht ohne Brisanz: Erst vor einem halben Jahr hat der Rat die Pläne für eine Untertunnelung des Großfleckens im Zusammenhang mit dem Innenstadtkonzept ausdrücklich abgelehnt: Zu teuer, zu aufwändig und kaum wirtschaftlich zu betreiben, lauteten die Argumente. Nicht zuletzt mit Blick auf den bevorstehenden Start der Holsten-Galerie schreckte die Politik wohl auch davor zurück, den Bürgern eine weitere Mammutbaustelle auch nur anzukündigen.

Inzwischen sieht Michaelis allerdings neue Ansätze für seine Idee: So ist aktuell davon auszugehen, dass sich die Neugestaltung des Großfleckens erheblich verzögert. Entscheidungen über die Neupflasterung wurden im Bauausschuss zunächst mit Mehrheit aufgeschoben. Das gäbe also hinreichend Zeit, die Möglichkeit einer Tiefgarage durch private Investoren in Ruhe zu prüfen, meint Michaelis.

Befeuert wird die Diskussion um neue Parkplätze aber vor allem durch die bevorstehende Schließung von Karstadt. Bei einer dann naheliegenden Überplanung des Karstadt-Geländes dürfte es sinnvoll sein, auch den bestehenden Parkplatz in die Baupläne einzubeziehen, meint der CDU-Politiker. Fachleute gehen davon aus, dass die guten Lagen am Teichufer wesentlich höherwertig genutzt werden könnten, als sie als asphaltierten Parkplatz zu verschwenden. Michaelis selbst kann sich etwa eine gastronomische Nutzung vorstellen. Die Streichung des Parkplatzes setze dann allerdings voraus, dass Parkplätze für die Innenstadt an anderer, schnell erreichbarer Stelle geschaffen würden, argumentiert Michaelis.

Der CDU-Mann verweist auf eine Umfrage seiner Partei zur Innenstadt von 2014. Das Ergebnis lasse vermuten, dass eine deutliche Mehrheit der Bürger eine unterirdische Lösung der Parkplatzprobleme befürworten würde, wenn sie nicht in erheblichem Umfang von der Stadt subventioniert werden müsste, so Michaelis.

Der Bauausschuss tagt heute Abend ab 17.30 Uhr im Neuen Rathaus (Raum 2.5).

 

STANDPUNKT

Super! Die Stadt scheut keine Mühe und keinen Aufwand, den Großflecken herauszuputzen, um ihn im Wettstreit mit der neuen Holsten-Galerie nicht ins Hintertreffen geraten  zu lassen.  Breite Fußgänger-Boulevards, extra verlegte Fahrbahnen und (hoffentlich diesmal!) trittsicheres Pflaster sollen mithelfen, die vielbeschworene Brücke zwischen dem neuen Konsumtempel und dem Großflecken als klassischem Innenstadt-Zentrum zu schlagen. Alles schön und gut , wenn die Entscheidungen über das Großfleckenpflaster  unverständlicherweise auch noch  immer auf sich warten lassen. Aber wo sollen die Großflecken-Kunden künftig eigentlich parken, wenn Karstadt  wegfällt?  Man mag über Michaelis’ Tunnelpläne denken, wie man will (manche halten sie für spinnert), aber er legt den Finger in die  Wunde.

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