Programmkino : Neue Technik macht das KDW-Kino aktueller

Im KDW-Kino ist ein neues technisches Zeitalter angebrochen: Sönke Jahn (links) und Frank Köncke zeigen den neuen Server Marke Eigenbau. Jetzt bekommen sie die neusten Filme aktuell auf einer externen Festplatte.
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Im KDW-Kino ist ein neues technisches Zeitalter angebrochen: Sönke Jahn (links) und Frank Köncke zeigen den neuen Server Marke Eigenbau. Jetzt bekommen sie die neusten Filme aktuell auf einer externen Festplatte.

Die Betreiber bauten einen neuen Server in Eigenleistung. Es gab Fördergeld für die Einzelteile.

shz.de von
09. Januar 2015, 08:00 Uhr

Neumünster | Das gute Stück sieht relativ unspektakulär aus. Doch für das Kino im KDW am Waschpohl bedeutet der neue Server eine Revolution. Denn das moderne Innenleben des Computers im Vorführraum macht das KDW ab sofort zum Erstaufführungskino. Das heißt: Filme, auf die die Betreiber bisher rund ein halbes Jahr warten mussten, bis sie auf der bisher im Hause gängigen Bluray-Technik zu haben waren, sind jetzt bereits kurz nach dem Start zu bekommen. Eine weitere Besonderheit: Die Kino-Macher kauften die neue Technik nicht teuer von der Stange, sondern sparten durch Eigenleistung und bekamen außerdem Fördermittel für den sogenannten digitalen A-Cinema-Server.

„Wir haben damit schon lange geliebäugelt“, erklärte Sönke Jahn (55) vom KDW und zeigt auf den unscheinbaren Computer. Doch die Technik war mit 60  000 Euro einfach zu teuer für das kleine Programmkino, das es erst im sechsten Jahr gibt und das von einem 50 Mitglieder starken Verein ohne öffentliche Gelder betrieben wird.

„Doch dann sprach sich nach und nach in der Kino-Szene sowie in Fachzeitschriften herum, dass man den Server für einen Bruchteil des Preises selbst herstellen könnte“, erzählte Jahn. Über die Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur, in der das KDW Mitglied ist, erfuhren die Kino-Macher außerdem von Fördergeldern des Schleswig-Holsteinischen Kultusministeriums. Anfang November vergangenen Jahres wurde die Förderung beantragt. Rund einen Monat später waren 3000 Euro, rund 80 Prozent der Gesamtsumme des Bausatzes, bewilligt.

Und das war die Stunde von Frank Köncke (55), dem Technikexperten im Team. Jetzt konnte er die Einzelteile, die spezielle Soft- und Hardware bestellen. Unter anderem wurde ein leistungsfähiger PC benötigt sowie eine kostenlose Software des Programmkinos Cinematheque Leipzig. Außerdem mussten die Neumünsteraner beim Erlanger Frauenhofer-Institut weitere spezielle Software erwerben. Als alles vorhanden war, ging für Frank Köncke die Arbeit los. Viele Stunden baute er die Teile zusammen und richtete die Programme ein. Zum Jahreswechsel war alles fertig. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis“, meinten die Kino-Macher jetzt. Ab sofort werden sie ihre Filme auf externen Festplatten erhalten. Der erste Film, der komplett über den neuen Server laufen wird, ist „Citizenfour“ von Laura Poitras. Der Streifen zum Thema Massenüberwachung startet am 15 Januar um 20 Uhr. Ab Februar gibt es neben Mittwoch und Donnerstag am Freitag noch einen dritten Kinotag im KDW.

Dem Cineplex an der Christianstraße will das kleine KDW mit seinen 35 Plätzen durch die neue Technik keine Konkurrenz machen. „Die Filmauswahl ist eine ganz andere. Wir zeigen Programmkino und keine Kassenschlager“, so Jahn.

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