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Taxizentrale : Neue Technik lenkt jetzt die Taxen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die alte Funkantenne hat ausgedient, die Taxivermittlung läuft jetzt über das Internet.

Neumünster | Die Funktaxenzentrale 44444 mit ihren zwölf Mitarbeitern ist jetzt an der Altonaer Straße 35 zu finden. Der Taxi-Genossenschaft war nach 16 Jahren an der Christianstraße 133 direkt neben dem Wasserturm gekündigt worden. Die Stadtwerke benötigen die Räume selbst, um hier einen Wärmetauscher für die Umformstation einzubauen, die Tungendorf mit Fernwärme versorgt.

Einen geeigneten neuen Standort zu finden, war kein Problem. Die Sorge der Taxi-Genossen galt eher der Frage, ob die Funktechnik und Telekommunikation funktionieren werden. „Wir mussten ja auch während des Umzugs erreichbar bleiben“, sagt Horst Schmidt aus dem Vorstand der Genossenschaft. Es gab bange Minuten, und eineinhalb Stunden herrschte tatsächlich Funkstille.

Doch jetzt läuft alles rund. „Die Taxizentrale ist auf dem Stand der modernen Technik angekommen“, sagt Vorstandskollege Thomas Heuer. Lief die Taxenvermittlung bis dato über eine analoge Funkantenne mit einer Reichweite von etwa 15 Kilometern, können die Taxen jetzt theoretisch sogar weltweit ihre Dienste anbieten. Die Vermittlung läuft über das Internet und Mobiltelefone.

Damit werden gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Neben der Reichweite ist die neue Lösung vor allem viel einfacher und billiger. Früher benötigte jedes Taxi fünf Gerätschaften: Funkgerät, eine dazugehörige Kassette, GPS-Antenne und GPS-Empfänger und ein Display. Kosten: etwa 2400 Euro. Jetzt tut es ein handelsübliches Mobiltelefon für 120 Euro. Kunden können die spezielle Taxi-App 44444 für internetfähige Mobilgeräte schon seit drei Jahren nutzen.

Das andere Top-Thema der Branche ist die Frage der Taxitarife. Ob und wann wegen des neuen Mindestlohns auch in Neumünster neue Taxitarife greifen, steht noch in den Sternen. Thomas Heuer ist auch Obmann für das gesamte Taxigewerbe in Neumünster und stellte im November 2014 den Antrag auf eine Tariferhöhung und ein neues Preisgefüge, das zwischen Tag- und Nachtschicht differenziert (der Courier berichtete). Das Anhörungsverfahren läuft noch.

„Neumünster ist einer von drei Kreisen in Schleswig-Holstein, die noch nicht den Tarif angepasst haben“, sagt Horst Schmidt. „Wenn die Erhöhung nicht kommt, werden noch mehr Unternehmen Arbeitsplätze abbauen und Lizenzen zurück geben“, sagt 44444-Vorstand Senol Celik.

Eine weitere Großbaustelle des Taxigewerbes sind die Pauschaltarife für Patientenfahrten. Krankenkassen und der Landesverband der Taxen und Mietwagen sind hier noch nicht auf einen Nenner gekommen. Der derzeit gültige Vertrag läuft Ende März aus. 

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erstellt am 13.Feb.2015 | 12:00 Uhr

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