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Historischer Ratssaal : Neue Stühle für den alten Ratssaal

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16 Sponsoren bezahlten jeweils ein Exemplar. Stückpreis: 1500 Euro.

shz.de von
erstellt am 22.Mai.2013 | 07:47 Uhr

Neumünster | Vor Jahr und Tag hatte Stadtpräsident Friedrich-Wilhelm Stroh diek die Zusage gegeben: Zehn Sponsoren wollte er finden, die jeweils einen Stuhl für den historischen Ratssaal finanzieren. Gestern meldete Strohdiek Vollzug. Insgesamt 16 streng nach historischen Vorbildern gefertigte Stühle werden demnächst das Mobiliar vervollständigen. Dann haben die unbequemen "Drahtgestelle" aus den 50er-Jahren endgültig ausgedient.

Im historischen Ratssaal stehen bereits 20 Stühle, die der Architekt Willem Hain gemeinsam mit seinem Vater Friedrich Wilhelm 1990 für die Stadt entworfen hatte. Doch die Ausstattung reichte für größere Hochzeiten und festliche Empfänge nie aus. Um diesen Mangel an passenden Sitzgelegenheiten zu beheben, fehlte aber das Geld. Immerhin liegt der Stückpreis für die neuen Stühle bei 1500 Euro.

Es war nicht ganz einfach, eine passende Tischlerei zu finden. Fündig wurde Strohdiek schließlich bei der Werkstatt der Brücke Neumünster an der Ehndorfer Straße. Mit Jan Pfeffer und Edlef Jensen standen zwei erfahrene Innungsmeister Pate, im Rahmen der Eingliederungshilfe waren 15 betreute Personen über Monate hinweg mit den Stühlen beschäftigt.

Passend zur Ausstattung des Ratssaals griffen die Tischler auf geräucherte Eiche zurück. Die hohe Rückenlehne, im oberen Teil mit vertikalen Sprossen versehen, und die Armlehnen lassen den Stuhl mit seinen schwungvoll vergrößerten Füßen fast majestätisch wirken. Für den anthrazit-farbigen Sitzbezug wurden hochwertige dänische Textilstoffe verwendet, die auf den ersten Blick an widerstandsfähiges grobes Leinen erinnern.

"Die Stühle halten ewig und drei Tage", erklärt Knud Wieben, selbst gelernter Tischler und heute Geschäftsführer der Brücke Neumünster. Willem Hain kann das nur bestätigen. Der von ihm gelieferte Mobiliar-Satz von 1990 lässt kaum Abnutzungsspuren erkennen.

Bei der Sitzprobe befand Stadtpräsident Strohdiek: "Man sitzt kommod." Mit einem Augenzwinkern fügte er hinzu. "Man sitzt immer aufrecht und kann nicht runterrutschen, falls man einschlafen sollte." Bei allem Lob auf die edlen Spender stellte er gleichzeitig kurz vor der Kommunalwahl fest: "Das reicht natürlich nicht für eine Mitgliedschaft im Rat." Dafür haben sich alle Sponsoren auf dem Mobiliar verewigt. Am Kopfteil tragen die Stühle ein Messingschild mit dem Namen des Sponsors.

Noch ist unklar, ob über die bald 36 Exemplare hinaus weiterer Bedarf besteht. Neubestellungen wären möglich, die Brücke bewahrt die Schablonen in ihrem Lager auf.

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