Rathausturm : Neue Statik liegt jetzt zur Prüfung vor

Seit Ende März ist das Rathaus eingerüstet. Die gelben „Kästen“ wurden zur Holstenköste als Sicherheit installiert, damit niemand auf die Konstruktion klettert.
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Seit Ende März ist das Rathaus eingerüstet. Die gelben „Kästen“ wurden zur Holstenköste als Sicherheit installiert, damit niemand auf die Konstruktion klettert.

Bis es weitergeht, können aber noch Wochen vergehen. Die Stadt hat offenbar keine Kosten für das aufgebaute Gerüst.

shz.de von
24. Juni 2014, 05:00 Uhr

Neumünster | Das Gerüst am Rathaus wird noch für einige Zeit das Stadtbild prägen. Er habe nun   weitere Unterlagen von der Bauverwaltung erhalten und werde sie so schnell wie möglich durcharbeiten, teilte gestern der externe Prüfstatiker Christian Groth mit. Je nachdem, ob alles vollständig sei,  könne das  noch zwei bis drei Wochen dauern, erklärte der Diplom-Ingenieur auf Nachfrage. Erst  wenn er sein Okay gibt, können die eigentlichen Bauarbeiten am Rathausturm beginnen.  Seit Ende März ruht die Baustelle, weil die Handwerker aus Sicherheitsgründen die ungewöhnliche Konstruktion nicht betreten dürfen (der Courier berichtete).

Ralf-Joseph Schnittker, Fachdienstleiter Gebäudewirtschaft, Tiefbau und Grünflächen, bestätigte, dass am Freitag Unterlagen an den Prüfingenieur übermittelt wurden. „Ich gehe nun davon aus, dass alles vollständig ist und es keine Nachfragen mehr gibt“, sagte er. Die Stadt treffe keine Schuld für die Verzögerungen. „Es gab viele Unwägbarkeiten, die wir erst nach dem Aufstellen des Gerüsts festgestellt haben. So sind zum Beispiel im oberen Teil des Türmchens Steine verwittert und bieten keine Tragfähigkeit mehr“,  so Schnittker. Die Sicherheit gehe in jedem Fall vor. Erst wenn die gewährleistet sei, könne mit dem Austausch der maroden Türmchen-Stützen durch eine Fachfirma begonnen werden.

Der Leerlauf kostet die Stadt offenbar keinen Cent, weder  für das Gerüst der Firma Ebsen aus Schacht-Audorf bei Rendsburg noch für die in Wartestellung stehenden Zimmerleute, die nun nicht zum Einsatz kommen. „Bezahlt wird erst, wenn auch gearbeitet wird“, sagte Schnittker. Vertragsdetails  nannte er nicht. Auch die Firma Ebsen wollte sich gestern  nicht äußern. Nach Courier-Informationen kostet  die Miete einer Konstruktion wie der am Rathaus normalerweise zwischen 1000 und 2000 Euro pro Woche. „Das ist eine aufwändige Geschichte, bei der man von vornherein einen versierten Statiker mit ins Boot hätte holen müssen“, sagte ein externer Fachmann zum Courier.

Auch die Politik wird langsam ungeduldig. Sowohl die CDU-Fraktionsvorsitzende Babett Schwede-Oldehus als auch SPD-Vize Axel Westphal bedauerten die Bau-Verzögerungen. Gerade für Hochzeitspaare, die im Rathaus heirateten und dann die Stufen herunter schritten, sei das kein schöner Anblick und keine Werbung für Neumünster, erklärten beide. „Das ist nicht prickelnd. Ich würde mir schon wünschen, dass die Verwaltung nun mal sagt, was Sache ist“, sagte Babett Schwede-Oldehus. Deutliche Worte findet auch Westphal. Die ganze Angelegenheit  sei „schon ein bisschen lächerlich“. Die Koordination innerhalb der Verwaltung bei dem Thema laufe nicht optimal und müsse verbessert werden.  „Wir können in städtischen Dingen nicht so rumhühnern“, beklagte Westphal, der auch Vorsitzender des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses ist.

Dort steht die Sanierung des   Rathaustürmchens bei der nächsten öffentlichen Sitzung am 3. Juli (um 17.30 Uhr im Sitzungszimmer 2.5/2.6 des Rathauses) unter „Mitteilungen“ auf der Tagesordnung. Dann will  Ralf-Joseph Schnittker einen genauen Zeitplan für die Fertigstellung geben.

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