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Grundschulen : Neue Schulbezirke bringen Entlastung

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Um die Schülerzahlen an der Vicelinschule zu senken, wurden mit Hilfe der Tonner- und Pestalozzischule umstrukturiert.

von
erstellt am 13.Sep.2017 | 15:00 Uhr

Die Rechnung der Stadt als Schulträger ist aufgegangen: Nachdem die Zuständigkeitsbereiche für drei der zwölf Grundschulen neu geschnitten wurden, „hat sich die Zahl der neuen Schüler gleichmäßiger verteilt“, erklärte Gabriele Bartelheimer, Leiterin des Fachdienstes Schule, Jugend, Kultur und Sport. Das zeigt sich nach den Einschulungen der Erstklässler in dieser Woche deutlich. Betroffen von den neuen Strukturen sind ab diesem Schuljahr die Vicelinschule in der Innenstadt, die Rudolf-Tonner-Schule und die Pestalozzischule in Tungendorf (der Courier berichtete). Auch die Tatsache, dass die Eltern ohnehin eine freie Schulwahl haben, hat die Verteilungspläne der Stadt nicht torpediert.

Grund für die Umplanung war laut Schulrat Jan Stargardt eine deutlich höhere Anzahl von Kindern, die im alten Einzugsbereich der Vicelinschule wohnen. 65 Erstklässler wären das nach der ursprünglichen Planung gewesen. Nach der neuen Regelung fielen nur noch 52 Abc-Schützen in ihre Zuständigkeit. Mit der ursprünglichen höheren Anzahl wäre die Schule unter anderem an ihre räumlichen Grenzen gekommen. Denn die Vicelinschule hatte nicht nur ein kinderreiches Einzugsgebiet, sondern mit vier sogenannten Basisgruppen im Vergleich zu allen anderen Grundschulen auch die größte Anzahl an Schülern, die Deutsch als Zweitsprache (Daz) lernen und keinerlei Vorkenntnisse haben. Seit diesem Schuljahr werden dort 69 Kinder (Erst- bis Viertklässler) intensiv sprachlich unterrichtet. Alle anderen Schulen, die Daz anbieten, haben hingegen nur maximal 20 Schüler ohne jegliche Deutschkenntnisse.

Während also die eine Schule aus allen Nähten zu platzen drohte, gab es an anderer Stelle noch Kapazitäten: Die Pestalozzischule hätte nach dem alten Schnitt nur 19 Abc-Schützen in ihrem Areal gehabt, hatte aber aufgrund des auslaufenden Regionalschulteils jedoch Platz anzubieten. Nach dem Neuschnitt war sie offiziell für 40 Erstklässler erster Ansprechpartner.

Um das ursprüngliche Ungleichgewicht aufzuheben, verschob der Schulträger mit dem neuen Schuljahr die Zuständigkeiten im Norden der Stadt. Das bedeutete konkret, dass die Vicelinschule einen Teil ihres nördlichen Einzugsgebiets an die Rudolf-Tonner-Schule abgab. So gehören Kinder aus der Christianstraße und der Goethestraße nördlich des Berliner Platzes, der Kieler Straße ab Bismarckstraße sowie vom Berliner Platz, aus der Budde-, Geibel-, Gutenberg- und Herderstraße, dem Laubenweg, der Lessingstraße, Radekoppel, Rosenstraße, Schillerstraße sowie der Wichernstraße jetzt offiziell zur Rudolf-Tonner-Schule (RTS).

Die RTS gab im Gegenzug ihren nördlichen Bereich an die Pestalozzischule ab – und zwar den Anemonenweg, Astern-, Begonien-, Dahlien-, Erika-, Ginster-, Krokus-, Lavendel- und Maiblumenweg, Mitteljörn, Narzissenweg, die Nelkenstraße, den Rosmarinweg, die Schlehenstraße, den Tulpenweg, Veilchenweg und die Wilhelminenstraße 19 bis 44.

Zugute kam dem Schulträger bei dieser Lösung, dass es in Tungendorf gleich zwei Grundschulen gibt, die nicht weit entfernt liegen, und dass die RTS dicht an den nördlichen Innenstadtbereich anschließt. Das sicherte kurze Wege für die jüngsten Schüler.

Der neue Schnitt der Zuständigkeitsbereiche ist für die Eltern keineswegs bindend. Lediglich der Erstkontakt zur zuständigen Schule ist verpflichtend, ansonsten gilt die freie Schulwahl. Die haben auch etliche Eltern genutzt, wenn sie vielleicht schon Geschwisterkinder auf einer anderen Schule haben oder ein bestimmtest Konzept bevorzugen. Daraus ergaben sich noch zahlenmäßige Verschiebungen: Von den 52 nach dem neuen Schnitt erwartetet Erstklässlern wurden an der Vicelinschule jetzt 40 eingeschult, davon sind 37 aus dem eignen Zuständigkeitsbereich. Zur Tonner-Schule gehören eigentlich 57 neue Mädchen und Jungen. 62 wurden als Erstklässler begrüßt, davon sind 42 aus dem eigenen Areal. Die Pestalozzischule hingegen hatte 40 Erstklässler aus dem Zuständigkeitsbereich erwartet, 34 Erstklässler kamen vor wenigen Tagen, davon 20 aus dem offiziellen Bezirk.

Stadt und Schulrat sehen trotz der Verschiebungen durch den Elternwillen eine erfolgreiche Umverteilung und sind mit der Neuregelung auch auf anderer Ebene zufrieden: Beschwerden von Eltern hatte es bei dem lange vorbereiteten Projekt nicht gegeben, hieß es. Und auch die drei betroffenen Schulen hätten den Neuschnitt mitgetragen. „Alle Beteiligten konnten nachvollziehen, dass diese Regelung notwendig und sinnvoll ist“, betonten Gabriele Bartelheimer und Jan Stargardt.

 

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