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Grossenaspe : Neue Richtlinien bremsen Windpark

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Das Großenasper Projekt sollte eigentlich Ende des Jahres ans Netz gehen. Doch weitere Details zum Artenschutz kosten Zeit. Bürger wollen weitermachen.

Grossenaspe | Eigentlich sollte der Großenasper Bürgerwindpark gegen Ende des Jahres ans Netz gehen. Dieses Ziel scheint jedoch in weite Ferne gerückt zu sein. „Zurzeit ist ein Termin für den Baubeginn nicht abzusehen, denn das Genehmigungsverfahren stockt“, erklärte Dr. Hans-Günther Lüth, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft Bürger-Windpark Großenaspe GmbH & Co. KG, auf Anfrage.

Nachdem die Unterlagen im Mai bei der zuständigen Behörde eingereicht worden waren, änderte das Land kurz darauf die Richtlinien zum Thema Artenschutz. „Das führte zu umfangreichen Nachforderungen. So mussten unter anderem Zählungen zu eventuellen Haselmausvorkommen gemacht werden“, berichtete Lüth weiter.

Dass der Deutsche Wetterdienst (DWD), der in Boostedt ein Wetterradar betreibt, den Bürgerwindpark ablehnt, führt ebenfalls weiterhin zu Verzögerungen im Verfahren. „Mit Hilfe von zwei Gutachten konnten wir zwar nachweisen, dass die Messungen durch den Windpark nicht maßgeblich beeinflusst werden, aber eine Einigung steht hier noch aus. Im schlimmsten Fall wird es zu einer Auseinandersetzung vor Gericht kommen“, erläuterte der Geschäftsführer die derzeitige Sachlage.

Das Genehmigungsverfahren wird sich also noch über unbestimmte Zeit hinziehen, doch ans Aufgeben denkt Hans-Günther Lüth nicht. „Wir wollen da auf jeden Fall dran bleiben. Es gibt keinen Grund, jetzt hier die Reißleine zu ziehen. Bei einem solchen Projekt sind Veränderungen, wenn auch nicht immer in dieser Größenordnung, normal“, erklärte Lüth, der auch schon den Bürgerwindpark in Wiemersdorf mit auf den Weg brachte.

Ebenfalls zögerlich zeigt sich auch die Kommunalaufsicht, bei der die Gemeinde das eigene Betreiben einer der sieben geplanten Windräder genehmigen lassen muss. „Wir haben die zuständigen Stellen noch nicht endgültig überzeugt. Wir sind nach deren Auskunft aber auf einem guten Weg dahin“, berichtete Bürgermeister Torsten Klinger (CDU).

Bei der Finanzierung der Anlagen gibt es dagegen einen Fortschritt zu vermelden. „An rund 100 Interessierte konnte jetzt endlich der Prospekt zum Bürgerwindpark Großenaspe versendet werden. Es wird hierzu innerhalb der nächsten Wochen jedoch noch einen Nachtrag mit den neuesten Daten geben“, erklärte Hans-Günther Lüth.

Die Erstzeichnungsfrist für Geldgeber aus Großenaspe läuft noch bis zum 31. März. In diesem Zeitraum können sich auch noch weitere einheimische Investoren melden.

Rund vier Millionen Euro sollen als Kapital für den Windpark aus privater Hand aufgebracht werden. „Diese Summe werden wir allein durch Großenasper Investoren nicht erreichen, aber es gibt schon weitere Interessenten von außerhalb, sodass wir das Geld auf jeden Fall zusammenkriegen werden“, meinte der Geschäftsführer zuversichtlich. Die Restsumme der Gesamtkosten in Höhe von rund 30 Millionen Euro soll dann durch zinsgünstige Kredite finanziert werden.

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erstellt am 26.Feb.2014 | 06:15 Uhr

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