Grossflecken in Neumünster : Neue Pläne für die Innenstadt: Die Bürger sollen mitreden

Pflaster, Wege und Ausstattung für den Großflecken wurden von drei Planungsbüros untersucht.
Pflaster, Wege und Ausstattung für den Großflecken wurden von drei Planungsbüros untersucht.

Die Ratsversammlung hat beschlossen: Neumünster soll seine Ideen für die Umgestaltung des Großfleckens einbringen.

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18. Februar 2016, 07:15 Uhr

Neumünster | Zähneknirschend haben die beiden großen Fraktionen CDU und SPD in der Neumünsteraner Ratsversammlung den Weg für eine Informationsveranstaltung frei gemacht, auf der mit den Bürgern die verschiedenen Varianten für die Umgestaltung des Großfleckens diskutiert werden sollen. Das hatten die drei kleinen Fraktionen Grüne, Bündnis für Bürger (BFB) und FDP beantragt.

Neumünster hat bereits mit dem neuen Einkaufszentrum Holstengalerie die Innenstadt stark umgestaltet. Vor allem aber das weitläufige Shopping-Areal Großflecken wird häufig als grau und ohne Flair wahrgenommen.

Der FDP-Fraktionsvorsitzende Reinhard Ruge sagte, nur wenige Themen seien in den vergangenen Jahrzehnten intensiver diskutiert worden als der Großflecken. „Darum sollten alle Bürger sich informieren und Kritik vortragen können. Die Bürger und wir sollen dadurch vor einer Entscheidung schlauer werden“, so Ruge.

Das grobe und graue Granitpflaster auf dem Großflecken ist vielen Neumünsteranern seit Jahren ein Dorn im Auge.
Bluhm
Das grobe und graue Granitpflaster auf dem Großflecken ist vielen Neumünsteranern seit Jahren ein Dorn im Auge.
 

Hintergrund ist, dass im November im Bauausschuss über drei Entwürfe von Planungsbüros diskutiert wurde. Im Dezember fand eine informelle Runde der Bauausschussmitglieder statt, an der die kleinen Fraktionen nicht teilnehmen konnten. Die drei Planungsbüros haben sich Gedanken gemacht, wie die Pflasterung, Begrünung und Möblierung des Großfleckens, der Lütjenstraße und der Grünanlagen künftig aussehen könnten.

So sehen die Planer von WES den künftigen Großflecken, hier mit Blick vom Eingang der Marktpassage Richtung Norden. Der Bürgersteig auf der Ostseite ist verbreitert, der Parkstreifen auf die gegenüberliegende Seite verlegt. Durch neue Bäume entsteht ein Allee-Charakter.
Grafik: WES
So sehen die Planer von WES den künftigen Großflecken, hier mit Blick vom Eingang der Marktpassage Richtung Norden. Der Bürgersteig auf der Ostseite ist verbreitert, der Parkstreifen auf die gegenüberliegende Seite verlegt. Durch neue Bäume entsteht ein Allee-Charakter.
 

Der Holsteinische Courier hatte die drei Plan-Varianten vorgestellt und berichtet, dass die CDU- und SPD-Leute im Ausschuss bereits einen Favoriten haben. Nach einem Ratsbeschluss (geplant vor der Sommerpause) würde das Ausschreibungs- und Bauverfahren mit den zugehörigen Anhörungen und Beteiligungen starten; dann können auch die Bürger weitere Vorschläge für die Umgestaltung machen. Die drei kleinen Parteien möchten die Bürger aber vorher anhören.

So stellen sich die Planer des Büros TGP aus Lübeck einen attraktiven Großflecken vor. Das Granitpflaster auf dem Platz müsste nach den Vorstellungen der Landschaftsarchitekten nicht ausgetauscht, aber aufgenommen und plan geschliffen werden.
Grafik: TGP
So stellen sich die Planer des Büros TGP aus Lübeck einen attraktiven Großflecken vor. Das Granitpflaster auf dem Platz müsste nach den Vorstellungen der Landschaftsarchitekten nicht ausgetauscht, aber aufgenommen und plan geschliffen werden.
 

Für den Antrag mussten sie Kritik von Uwe Döring (SPD) und anderen einstecken. „CDU und SPD haben zum Großflecken mehrere Veranstaltungen gemacht, und Sie wachen jetzt erst auf. Sie können doch selber die Bürger einladen und das nicht die Verwaltung machen lassen.“ Helga Bühse (CDU) verteidigte das geplante Vorgehen, es entspreche dem Baugesetzbuch.

Thomas Puls vom BFB merkte süffisant an: „Ich verstehe die Aufregung nicht. An jedem Wahlabend jammern wir alle, dass die Wahlbeteiligung sinkt. Darum sollten wir die Bürger rechtzeitig einbinden.“ Und Ruge triezte die SPD-Genossen mit dem Willy-Brandt-Motto „Mehr Demokratie wagen!“

Auf SPD-Wunsch wurde der Antrag der kleinen Fraktionen verändert. Der Beschluss lautet nun so: „Die Ratsversammlung beauftragt die Verwaltung, eine öffentliche Informationsveranstaltung im Rahmen der laufenden Informationsgespräche mit den Fraktionen zur Umgestaltung des Großfleckens durchzuführen.“

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