Stadthalle : Neue Pläne für das Schultheaterfestival

Maximilian Kornprobst hat viele Ideen, wie das Festival in Zukunft gestaltet werden könnte.  Es soll attraktiver werden und auch überregionale Aufmerksamkeit erzielen.
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Maximilian Kornprobst hat viele Ideen, wie das Festival in Zukunft gestaltet werden könnte. Es soll attraktiver werden und auch überregionale Aufmerksamkeit erzielen.

Regisseur Maximilian Kornprobst möchte die Veranstaltung auf zwei Wochen komprimieren und weitere Angebote organisieren.

shz.de von
27. Juni 2014, 18:08 Uhr

Neumünster | Das Schultheaterfestival in der Stadthalle ist für dieses Jahr zu Ende. Mit über 20 Vorstellungen ist es eines der größten in Schleswig-Holstein. Seit 14 Jahren organisiert das Kulturbüro gemeinsam mit den Schulen diese vernetzende Veranstaltung, und dennoch stößt es laut Initiatoren in der öffentlichen Wahrnehmung auf zu wenig Resonanz. Doch das soll sich ändern. Denn der Regisseur Maximilian Kornprobst (22) hat große Pläne.

„Ich möchte Neumünster zum Zentrum der Jugendtheaterclubs machen. Das Schultheaterfestival soll attraktiver werden und auch überregionale Aufmerksamkeit erzielen“, sagte er. Momentan kommen überwiegend Eltern und Angehörige der Jugendlichen als Zuschauer. Sünne Höhn vom Kulturbüro hoffte in diesem Jahr auf das „Traumziel von 3000 Besuchern“. Ausgewertet sind die Zahlen noch nicht, aber „vermutlich liegen wir drunter“, meinte die Organisatorin bedauernd.

„Wir arbeiten gut und eng mit den Schulen zusammen. Zu berücksichtigen ist jedoch zum einen der schuleigene Rhythmus, und zum anderen die Veränderung in der Schullandschaft. “

Der ehemalige Kant-Schüler Kornprobst, der den 2011 zusammen mit dem Kulturbüro gegründeten Jugendtheaterclub leitet, schlägt zunächst in zwei Punkten Veränderungen vor: „Zum einen würde ich das Festival ballen auf zwei Wochen, damit der Ereignis-Charakter deutlich wird. Zum anderen möchte ich viele Nebenveranstaltungen anbieten, wie eine Präsentationsfläche für Gedichte, Theaterszenen, Poetry-Slams. Als Regieassistent habe ich zahlreiche Kontakte geknüpft, etwa zu Dramaturgen und Dramaturgiestudenten. Diese würde ich einladen, die Schulen thematisch zu begleiten. So können sie wertvolle Tipps und Feedback geben“, sagt er.

Theater als Raum zu zeigen, in dem Lebensfragen verhandelt werden, ist Kornprobst ein Anliegen: „Theater ist lebendig. Es ist ein Ort, um sich Fragen zu stellen, für die im Alltag kein Platz ist. Und das auf eine berührende Weise.“

Braucht Neumünster eine Jugendtheaterkultur überhaupt? „Natürlich! Es profitieren Schauspieler und Publikum: Wir könne zeigen, dass wir nicht eine Jugend von Facebook-Junkies und Koma-Säufern sind, sondern uns für große Dinge engagieren. Außerdem hat ein Jugendtheater relativ kleine Kosten im Gegensatz zu professionellen Ensembles“, erklärte Kornprobst. Sünne Höhn hingegen ist „ offen für seine Ideen“.

Der junge Regisseur hat sich mit dem Projekt „Schultheaterfestival“ für ein Stipendium der Universität Witten/Herdecke beworben und ist einer der fünf Finalisten. Eine Abstimmung im Internet entscheidet letztlich über den Gewinner. Bis zum 29. Juni kann jeder einmal pro Woche seine Stimme für Maximilian Kornprobst abgeben unter http://pfadfinder.blog.uni-wh.de/finalisten/maximilian-kornprobst/.
 

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