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„Outdoor – Jagd, Fisch & Natur“ : Neue Messe traf voll ins Schwarze

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Mehr als 8000 Gäste besuchten die „Outdoor – Jagd, Fisch & Natur“ in den Holstenhallen.

shz.de von
erstellt am 20.Apr.2015 | 05:00 Uhr

Neumünster | Die Holstenhallen waren am Wochenende Anlaufpunkt für Jäger, Angler und solche, die Natur lieben und einfach Lust darauf haben, Neues auszuprobieren. In eigener Regie richtete die Holstenhallen GmbH erstmals die Messe „Outdoor – Jagd, Fisch & Natur“ aus und traf mit dem umfangreichen Angebot voll ins Schwarze. Mehr als 8000 Gäste kamen.

„Wir bekommen hier alle erdenklichen Informationen. Es verläuft sich in den Hallen auch sehr gut, sodass wir an jedem Stand auch die Möglichkeit bekommen, in Ruhe zu schauen und mit den Ausstellern ins Gespräch zu kommen. Dass zudem auch für Kinder etwas geboten wird, ist auch toll“, sagte das Jägerpaar Sabine und Kai Ulrich aus Osterby bei Flensburg über die neue Messe, während Tochter Marie (3) gemeinsam mit ihrer Oma Gerda Hauff aus Heide per Akku-Bohrmaschine Löcher für ein kleines Insektenhotel in eine Holzscheibe bohrte.

Doch nicht nur Waidmänner und Petrijünger konnte das Angebot der Outdoor-Messe überzeugen. In sechs Hallen gab es zahlreiche Aktionsflächen zum Mitmachen und Ausprobieren. Heinz Maire-Hensge brachte den Besuchern den so genannten Castingsport näher. „Casting ist Präzisionssport. Mit der Angelrute wird die Fliege, also der Köder, kontrolliert in ein bestimmtes Ziel geworfen“, beschreibt der Casting-Doppelweltmeister. Mit seiner Hilfe schafften es am Wochenende auch absolute Laien mit etwas Übung „locker aus dem Handgelenk“.

Am Stand des Dänischen Jagdverbands hatten die Besucher Gelegenheit, auf Tontauben zu schießen. Gunnar Bennedsen ließ per Knopfdruck die Tontauben fliegen. Mit einem Gewehr wurden sie von den Besuchern aufs Korn genommen. „Das sind echte Langwaffen, die elektronisch aufgerüstet wurden. Ein Laserstrahl erkennt, ob das Ziel anvisiert und schließlich getroffen wurde. Ein grünes Lämpchen am Lauf gibt dann im besten Fall eine positive Trefferrückmeldung“, erklärt Bennedsen wie das Ganze funktioniert.

Sogar der Bayrische Jagdverband war in den hohen Norden gekommen und zeigte auf der Freifläche einen Prototypen, der Leben retten kann: Eine mit einer Infrarot-Kamera ausgestattete Drohne überfliegt ein Gebiet auf der Suche nach Wild. „Mit einer speziellen Software geben wir die Route vor, die die Drohne in einer Höhe von etwa 50 Metern selbstständig abfliegt. Kitze etwa werden dann im Wärmebild angezeigt, ich kann sie markieren und die Koordinaten später auf das GPS-Gerät übertragen“, erzählte Anita Weimann. So kann der Wildnachwuchs gerettet werden, bevor Mähmaschinen über das Feld hinwegfahren.

Auch abseits des Messegeschehens ging es hoch her. Auf der Mitgliederversammlung des Landesjagdverbands in den Holstenhallen sorgte die seit 1. April gültige Pflicht, ausschließlich bleifreie Munition bei der Jagd zu nutzen, für eine hitzige Debatte. Dass diese Munition keine ausreichende Tötungswirkung habe, dafür gebe es keine Erkenntnisse, meinte Umweltminister Robert Habeck und stieß damit auf gehörigen Gegenwind im Saal. „Das geltende Gesetz ist die Erlaubnis zur Tierquälerei“, entgegnete der ehemalige Ministerpräsident und Jäger Peter-Harry Carstensen. Auch die Wölfe beschäftigen derzeit die Jäger im Land. Sie jedoch ins Landesjagdrecht aufzunehmen, kommt für Robert Habeck wegen des strengen Artenschutzes gar nicht infrage.

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