Grüne Tonne : Neue Kompostregeln sind kein Problem

Horst-Günther Himmelreich (69, links) kompostiert schon ewig und düngt seine Tomaten im Treibhaus damit. Jens Kay (72), Nachbar aus der Preetzer Landstraße in Tungendorf hat hingegen keine Verwendung für Kompost und deshalb die grüne Tonne.
Horst-Günther Himmelreich (69, links) kompostiert schon ewig und düngt seine Tomaten im Treibhaus damit. Jens Kay (72), Nachbar aus der Preetzer Landstraße in Tungendorf hat hingegen keine Verwendung für Kompost und deshalb die grüne Tonne.

Hobbygärtner müssen ab Januar härtere Auflagen erfüllen, um die grüne Tonne zu umgehen. Die Stadt rechnet nicht mit einer gesteigerten Nachfrage.

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02. Oktober 2014, 08:30 Uhr

Neumünster | Wer einen Komposthaufen im eigenen Garten besitzt, muss ab Januar deutlich härtere Richtlinien erfüllen. So verlangt es dann das Kreislaufwirtschaftsgesetz. Doch in Neumünster sehen die Hobbygärtner das offenbar recht gelassen. Bisher ist die große Nachfrage nach der grünen Tonne als Alternative ausgeblieben. Und das ist laut Ingo Kühl, Leiter des Technischen Betriebszentrums (TBZ), kein Wunder. Denn in Neumünster gibt es seit fast 20 Jahren flächendeckend die grüne Tonne. „Es ist eine Pflichttonne. Eine Befreiung ist hier schon lange nur mit Sonderantrag möglich. Auch wenn die Satzung erst jetzt geändert wurde“, erläutert Ingo Kühl.

Das neue Gesetz verbietet quasi den klassischen Komposthaufen in der Gartenecke. Ab Januar muss ein Drahtgeflecht an den Seiten und am Boden das Eindringen von Schädlingen, insbesondere von Ratten, verhindern. Außerdem muss der eigene Kompost im Garten verwertet werden. Dafür sieht das Gesetz dann 30 Quadratmeter Nutzfläche pro Person im Haushalt vor. Rasen oder bebaute Flächen zählen nicht. „Das kann bei sehr kleinen Reihenhausgrundstücken schon problematisch werden“, so der TBZ-Leiter.

Trotz der deutlich verschärften Richtlinien, die im April in die Abfallwirtschaftssatzung aufgenommen wurden und zum Jahreswechsel greifen, erwartet der TBZ-Leiter keine sonderlich gesteigerte Nachfrage nach der grünen Tonne, wie es zum Beispiel im Kreis Rendsburg-Eckernförde der Fall ist. „Von denen, die hier in der Stadt selbst kompostieren und sich deshalb oft schon vor Jahren von der grünen Tonne befreien ließen, wird das in der Regel schon längst vernünftig gemacht“, so Kühl. Das TBZ habe auch vor der Neuregelung immer beraten und auf wichtige Richtlinien geachtet.

Letztendlich habe in Neumünster ein Drittel der angeschlossenen Grundstücke die Biotonne, das sind laut Kühl rund 10 000 Haushalte. Das TBZ hat aufgrund seiner Einschätzung keine zusätzlichen grünen Tonnen zur Umstellung bestellt. „Wir beschaffen pro Jahr ohnehin immer rund 600 Tonnen à 120 Liter, um sie zum Beispiel gegen kaputte Exemplare auszutauschen. Es stehen also einige zur Verfügung, falls es sich noch jemand anders überlegt“, sagt Ingo Kühl. Er erwartet eher „einen schleichenden Prozess“. Sicher ist: „Eine Umweltpolizei, die die Komposthaufen kontrolliert, wird es nicht geben. Wir setzten auf die Vernunft der Leute und auf Eigeninitiative“, so der Fachmann.

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