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DRK-Kleiderhaus am Haart : Neue Kleiderausgabe für Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Das DRK hat neue Räume in einem alten Aldi-Markt in unmittelbarer Nähe der ehemaligen Scholtz-Kaserne bezogen. Am Mittwoch geht es los.

Neumünster | Das Deutsche Rote Kreuz (DKR) hat eine neue, deutlich größere Kleiderausgabe für Flüchtlinge. Damit reagiert die Hilfsorganisation auf den großen Bedarf in der Erstaufnahmeeinrichtung am Haart und die hohe Spendenbereitschaft aus der Bevölkerung. Um die Ausgabestelle gleichzeitig von dem Hinterhof–Image zu befreien, heißt sie jetzt nicht mehr Kleiderkammer, sondern offiziell „Kleiderhaus“.

Besonders froh sind DRK-Vorstand Sven Lorenz, Sabine Krebs vom DRK-Kreisverband, Kreisbereitschaftsleiter Oliver Hushahn sowie Tobias Traulich von der DRK-Bereitschaft über den ihrer Meinung nach idealen Standort: Die neue Anlaufstelle befindet sich in unmittelbarer Nähe der Erstaufnahme für Flüchtlinge am Haart 98 direkt gegenüber des Netto-Marktes. Wo früher ein Aldi-Markt und danach eine Videothek waren, wird ab kommendem Mittwoch Kleidung an die Flüchtlinge verteilt.

Eine neue Anlaufstelle war notwendig geworden, weil in der ehemaligen Scholtz-Kaserne mit mittlerweile 5000 Flüchtlingen jeder Raum dringend benötigt wird. Ein kurzzeitiges Provisorium in einem Zelt war weder für die Flüchtlinge noch für die Helfer praktikabel. Gleichzeitig türmten sich beim DRK an der Schützenstraße in zwei Fahrzeughallen und einem Container so viele Kleiderspenden, dass das DRK sogar bis Ende Oktober einen vorübergehenden Annahmestopp aussprechen musste, um die Sachen zu sichten und zu sortieren (der Courier berichtete).

Mit dem neuen Domizil hat sich die Lage jetzt entspannt: 480 Quadratmeter groß ist die gemietete Fläche. Auch wenn das Gebäude in einem guten Zustand übergeben wurde, hatten die DRK-Kräfte in den vergangenen Tagen noch gut zu tun. In Eigenarbeit wurde ein besonders langer Tresen eingebaut, damit immer bis zu fünf Menschen gleichzeitig bedient werden können. 40 Meter Regale, die das Friedrich-Ebert-Krankenhaus gespendet hat, wurden aufgebaut. Aus Bauzäunen wurde ein Rundkurs eingerichtet, damit die Kleiderausgabe geordnet ablaufen kann. Auf Holzbänken können die Flüchtlinge warten. Damit das rein praktisch ausgerichtete Mobiliar nicht den Charme eines Käfigs hat, legte sich das Jugendrotkreuz ins Zeug, bespannte die Zäune mit speziellen Planen und bemalte sie mit bunten Blumen, Wolken oder einer Sonne.

Geöffnet ist das Kleiderhaus immer montags, dienstags und donnerstags am Vormittag sowie am Mittwochnachmittag. Die Bedürftigen werden von den DRK-Mitarbeitern in der Erstaufnahme mit Ausgabescheinen versehen. „Wer nur mit Flip-Flops und kurzer Hose kommt, ist sofort an der Reihe“, erklärt Sabine Krebs. Vor Ort sollen dann immer rund zehn Helfer die Kleidung heraussuchen, ausgeben und nachsortieren.

Dafür benötigt das DRK auch weitere ehrenamtliche Hilfe. „Das Kleiderhaus ist eine Aufgabe, die Jahre dauern könnte“, so Sven Lorenz. Wer mit anpacken möchte, kann sich bei Sabine Krebs unter Tel. 41 91 11 oder sabine.krebs@drk-nms.de melden. „Die Helfer sind als freie Mitarbeiter über die Ehrenamtvereinbarung versichert“, sagt Sabine Krebs. Außerdem wird dringend Winterkleidung benötigt. Vor allem kleine Herrengrößen (S/M) und Herrenschuhe bis Größe 42/43 sind gefragt. Aber auch Spielzeug, Regenschirme, Koffer und Taschen werden noch gesucht. Spenden werden ab Ende Oktober an der Schützenstraße angenommen.

 

 

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erstellt am 17.Okt.2015 | 07:45 Uhr

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