zur Navigation springen

Jahresempfang der Diakonie : Neue Ideen für die Pflege im Land

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

In ländlichen Gegenden brechen zunehmend Pflegeangebote weg. 120 Gäste suchten beim Jahresempfang der Diakonie nach Lösungen.

Neumünster | Wie sieht die Zukunft der Pflege im Land aus? Mit dieser Frage beschäftigten sich am Donnerstagabend 120 Gäste aus Pflege, Politik, Wirtschaft und zahlreichen Verbänden beim Jahresempfang der Diakonie Altholstein im Anschar-Gemeindehaus.

Das Motto der Veranstaltung „Bauer sucht Pflegerin“ sollte bewusst provozieren. „Es sollte zum Schmunzeln und zugleich zum Nachdenken anregen“, sagte Heinrich Deicke, Geschäftsführer der Diakonie Altholstein, in seinem Grußwort. Das Thema habe er im Sommer vergangenen Jahres festgelegt, als er im Raum Bad Bramstedt eine Pflegefachkraft begleiten konnte. „Wir sind von Dorf zu Dorf gefahren, zum Teil über die abenteuerlichsten Feldwege. Für manche Patienten waren wir die einzige Abwechslung am Tag, weil sie niemanden haben, der sich um sie kümmern kann“, erzählte Deicke.

In Städten konkurrieren Pflegedienste um Kunden, in ländlichen Gegenden brechen sie zunehmend weg, weil die Einsätze wirtschaftlich kaum noch realisierbar seien. Über diese Probleme diskutierten am Donnerstag Dr. Jürgen Gohde, Präsident des Kuratoriums Deutsche Altershilfe, Thomas Haeger, Landesdirektor der AOK Nordwest, Anette Langner, Staatssekretärin im Sozialministerium, und Karin Grandt, Leiterin des Fachbereichs Jugend, Soziales, Bildung und Gesundheit im Kreis Segeberg.

Zunächst gab Dr. Gohde in einem Vortrag einen Einstieg in das Thema. Er forderte, die Kommunen dürften nicht länger ausweichen. „Der Ressourcendruck muss Innovationen freisetzen.“ Pflege benötige zudem exzellente Fachleute, die in der Lage sind, in Strukturen denken zu können. In der Diskussionsrunde waren sich die Teilnehmer einig, dass flächendeckend am Übergangs-Management vom Krankenhaus in die Pflege gearbeitet werden müsse. „Den ‚Heimsog‘ gilt es zu vermeiden“, sagte AOK-Landesdirektor Thomas Haeger.

Dabei könnte vieles offenbar so einfach sein. Staatssekretärin Langner: „Die Lösung liegt direkt vor uns. Wir haben gute Angebote für Familien in der Erziehungszeit. Wir müssten die Instrumentarien lediglich auf die Pflege übertragen.“ Das Gehörte vertieften die zahlreichen Anwesenden beim anschließenden gemeinsamen Essen.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 12.Mär.2016 | 06:15 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen