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Friedrich-Ebert-Krankenhaus : Neue Hoffnung auf Geld für FEK-Weiterbau

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Von einem millionenschweren Infrastrukturprogramm des Landes soll auch das Friedrich-Ebert-Krankenhaus profitieren.

Neumünster | Die Landesregierung will 2018 ein neues 100 Millionen Euro schweres Infrastrukturprogramm auflegen, von dem auch das Friedrich-Ebert-Krankenhaus (FEK) profitieren soll. Das verkündete Dr. Marret Bohn, sozial- und gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, gestern bei einem Besuch der Klinik an der Friesenstraße. „Ich werde mich dafür stark machen, dass auf jeden Fall Geld für den zweiten Abschnitt des Neubaus fließt“, sagte sie gegenüber FEK-Geschäftsführer Alfred von Dollen sowie den Betriebsräten Rolf Lahme, Hans-Gerard Knol und Dr. Monika Korn.

Die Kosten für den zweiten Bauabschnitt, der ursprünglich von 2015 bis 2018 laufen sollte, waren Anfang des Jahres von geplanten 59,2 Millionen auf 76,5 Millionen Euro explodiert. Das Land hat bisher aber nur 38,5 Millionen Euro zugesagt – und auch nur unter der Voraussetzung, dass der Neubau bis 2020 fertig ist. Die Zeit drängt, denn das FEK muss mit einem neuen Architekten komplett neu planen. „Wir rechnen damit, dass dieser Anfang kommenden Jahres anfängt und Ergebnisse im Herbst feststehen. Dann werden wir noch einmal mit den aktuellen Zahlen an das Land herantreten“, sagte von Dollen gestern. Einen Stopp der Bauarbeiten schloss er kategorisch aus: „Der Weiterbau ist alternativlos.“

Schon der erste Bauabschnitt ist mit 75 Millionen Euro fast 4 Millionen Euro teurer geworden als angesetzt (der Courier berichtete). Doch hier sind die Arbeiten fast abgeschlossen, die ersten Bau-Abnahmen laufen. Anfang 2015 sollen Zentrale und Ambulante Operationszentren, die Frauenklinik, Teile der Gastroenterologie und Inneren Medizin, die neue Apotheke sowie ein neues Bettenhaus in Betrieb gehen. „Die bisherigen Mehrkosten mussten wir alleine stemmen“, sagte Alfred von Dollen. Verhandlungen um einen finanziellen Nachschlag vom Land sind bisher ergebnislos geblieben. Doch auch hier machte Marret Bohn Hoffnung: „Die endgültigen Verhandlungen sind noch nicht abgeschlossen. Die Politik ist in der Verantwortung, und es muss etwas passieren, denn hier arbeiten alle am Limit.“

Für die parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen ist das FEK kein unbekannter Ort. Zwischen 1990 und 2000 arbeitete die auf Föhr geborene Ärztin mehrere Jahre in Neumünster, machte 1996 ihren Facharzt für innere Medizin und gehörte selbst dem Betriebsrat der Klinik an.

Begleitet wurde Marret Bohn gestern vom Grünen-Kreisvorsitzenden Hans Heinrich Voigt. Er begrüßte die Entscheidung der Ratsversammlung, das FEK trotz der finanziellen Engpässe nicht zu privatisieren. Im Juli hatte der Rat gegen die Stimmen der beiden FDP-Mitglieder einen Verkauf der Klinik abgelehnt. „Nun wird es eine Diskussion geben müssen, wie die Stadt der Klinik hilft“, so Vogt.

Kommentar: Alternativlos

Die Signale sind positiv, und das müssen sie auch sein. Es geht kein Weg daran vorbei, den Neubau des Friedrich-Ebert-Krankenhauses trotz aller Widrigkeiten nun auch zu einem guten Abschluss zu führen. „Alternativlos“ nennt Klinik-Chef Alfred von Dollen das Vorhaben. Recht hat er! Das FEK hat überregionale Bedeutung. Fast die Hälfte der Patienten kommt mittlerweile gar nicht mehr aus Neumünster. Es ist ein leistungsstarkes Klinikum, das schwarze Zahlen schreibt, das mit seinen alten  Gebäuden und seinem Personal aber auch an die Leistungsgrenzen gekommen ist. Der Altbau ist marode und stark sanierungsbedürftig,  die Mitarbeiter schuften zum Teil bis zum Umfallen. So geht es nicht weiter. Die Politik muss endlich erkennen, dass sie eingreifen muss. Das Land ist in der Pflicht zu helfen, aber auch die Stadt-Politiker sollten sich jetzt endlich mal Gedanken machen, wie geholfen werden kann. Auch das ist alternativlos!

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erstellt am 25.Sep.2014 | 12:00 Uhr

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