Uferpromenade : Neue Chance für die Bäume am Teich

Streit um die Eichen: SPD, Grüne und BFB wollen die Uferpromenade Am Teich wieder mit einer Baumreihe schmücken. CDU und FDP sind dagegen. Die Entscheidung liegt jetzt in der Stadtverwaltung.
Streit um die Eichen: SPD, Grüne und BFB wollen die Uferpromenade Am Teich wieder mit einer Baumreihe schmücken. CDU und FDP sind dagegen. Die Entscheidung liegt jetzt in der Stadtverwaltung.

SPD, Grüne und Bündnis für Bürger empfehlen der Stadt die Pflanzung von 20 Säuleneichen auf der Uferpromenade – die CDU protestiert.

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05. Juni 2014, 06:00 Uhr

Neumünster | Die Chancen für eine baumgesäumte Uferpromenade in der Straße Am Teich sind seit Dienstagabend wieder deutlich gestiegen: Mit Unterstützung von den Grünen und dem Bündnis für Bürger (BFB) drückte die SPD in der Ratsversammlung eine Art Empfehlung an die Stadtverwaltung durch, den Vorschlägen der eigenen Stadtplaner zu folgen und die umstrittenen Säuleneichen an der Promenade zum nächstmöglichen Termin zu pflanzen.

Die CDU protestierte. Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras bedankte sich dagegen artig: Die Stadt werde das Votum bei ihrer Entscheidung mit einfließen lassen, teilte er im Rat mit.

Mit dem ungewöhnlichen Beschluss stärken die Befürworter der Baumreihe der Stadtverwaltung deutlich den Rücken, nachdem die sich im Tauziehen um die Bäume mit einem Formfehler selbst in die Bredouille gebracht hatte.

Hintergrund: Für das neue Parkhaus an der Holsten-Galerie waren an der Kaiserstraße acht eigentlich erhaltenswerte Bäume gefällt worden. Als Ausgleich hatte die Stadt von Investor ECE 14 Ersatzbäume im Umfeld des neuen Centers gefordert. Als Standort hatten die Stadtplaner dafür die Uferpromenade vorgeschlagen. Die 14 neuen Säuleneichen sollten dort ergänzt um sechs weitere Bäumchen aus einer anderen Ausgleichsmaßnahme den ursprünglichen Allee-Charakter der Uferstraße wiederherstellen. Ihre Idee stellten die Planer im Bauausschuss zur Abstimmung. Der lehnte die Pläne aber überraschend mit sechs zu fünf Stimmen ab, weil der Vertreter von BFB/ Piraten überraschend das Lager wechselte und mit CDU und FDP gegen die Bäume stimmte.

Was die Verwaltung allerdings übersehen hatte: Für die Entscheidung über die Ersatzpflanzungen im Zusammenhang mit dem Parkhaus ist die Politik gar nicht zuständig, der Bauausschuss hätte nur über die restlichen sechs Bäume entscheiden dürfen. Damit aber ist der Beschluss aus Juristensicht insgesamt hinfällig.

Die CDU mochte sich damit im Rat nur schwer anfreunden und sieht sich um den Abstimmungserfolg im Auschuss gebracht: Insgesamt drei Mal habe der Bauausschuss gegen die Beflanzung am Teich gestimmt, und damit den Willen der Selbstverwaltung überdeutlich gemacht, kritisierte Ratsfrau Helga Bühse. Es könne nicht angehen, dass die Beschlüsse jetzt durch die Hintertür torpediert würden.

SPD-Fraktionschef Uwe Döring forderte die Stadt dagegen auf, an ihren Plänen festzuhalten. Er erinnerte daran dass sich auch der Naturschutzbeirat der Stadt und der Stadtteilbeirat Stadtmitte für die Baumreihe am Teich ausgesprochen hatten.

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