Protest : Neue Bürgerinitiative gegen Fracking

Engagierte Frauen: Heike Otto (von links), Christa Neumann-Wilken, Marion Ecke, Sonja Theeß und Iris Breustedt-Kogel wollen die Bürgerinitiative gründen.
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Engagierte Frauen: Heike Otto (von links), Christa Neumann-Wilken, Marion Ecke, Sonja Theeß und Iris Breustedt-Kogel wollen die Bürgerinitiative gründen.

Engagierte Bewohner im Erlaubnisfeld Bramstedt wollen gegen Bohrungen nach Bodenschätzen vorgehen. Es werden Mitstreiter im Neumünsteraner Umland gesucht.

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25. Juli 2014, 06:30 Uhr

Brande-Hörnerkirchen | Sie haben Angst vor verseuchtem Grundwasser, vor einer Zerstörung der Natur, vor zunehmendem Schwerlastverkehr und nicht zuletzt vor kleineren Erdbeben, die Häuser beschädigen können: Fünf engagierte Frauen aus Bad Bramstedt (Kreis Segeberg), Brande-Hörnerkirchen und Bokel (Kreis Pinneberg) wollen am Dienstag, 5. August, die neue „Bürgerinitiative frackingfreies Auenland“ (BI) gründen. Ihr Ziel ist es, jede Art von Bohrungen nach Gasen, Erdöl und anderen Bodenschätzen – das sogenannte Fracking (siehe Infokasten) – im Erlaubnisfeld Bramstedt zu verhindern. Betroffen sind auch Teile Neumünsters und das Neumünsteraner Umland.

Die Fläche des Erlaubnisfeldes Bramstedt beträgt nämlich 657 Quadratkilometer und reicht von Wankendorf und Bornhöved im Nordosten über den Südosten Neumünsters, Boostedt, Großenaspe und Bad Bramstedt bis Barmstedt im Süden. „Wir gründen die BI zwar im Süden, brauchen aber auch Mitstreiter im Neumünsteraner Umland“, sagt die designierte BI-Sprecherin Marion Ecke. „Was kaum einer weiß: Das Thema ist brandaktuell. Der kanadische Konzern PRD Energy hat die Erlaubnis zu forschen und könnte theoretisch schon morgen loslegen“, sagt sie.

Hintergrund: Wer Bodenschätze aufsuchen will, benötigt dazu laut Bergbaugesetz eine Erlaubnis. Diese erteilt die zuständige Behörde, für Schleswig-Holstein ist dies das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie mit Sitz in Hannover. Die Erlaubnis gewährt das ausschließliche Recht, innerhalb eines bestimmten Feldes – dem Erlaubnisfeld – Bodenschätze aufzusuchen. Das Erlaubnisfeld erstreckt sich dabei theoretisch bis zum Erdmittelpunkt.

Das Feld Bramstedt schließt einige stillgelegte Ölfelder bei Wankendorf und Boostedt ein, die Teil der Konzession sind. Laut ihrer Homepage ist es die Absicht von PRD Energy, „die stillgelegten Ölfelder bei Möglichkeit wieder in Produktion zu setzen und parallel dazu neue geologische Leads (Identifizierungspunkte) für Kohlenwasserstoffvorkommen anhand von Seismik und geophysikalischen Bohrlochmessungen zu untersuchen.“ Die bestehenden Erdölfelder besäßen ein Erdölpotential über mehrere Zonen im Jura-Gestein zwischen 1700 und 2200 Meter Tiefe, heißt es weiter.

„Wir wollen die Leute über Fracking und die unabsehbaren Gefahren durch Sprengungen und Chemikalien aufklären und Unterschriften sammeln“, sagt Marion Ecke. Geplant sind zudem Aktionen und Info-Stände.

Die Gründungsveranstaltung findet am 5. August im Restaurant Zur Tankstelle, Rosentwiete 34, in Brande-Hörnerkirchen statt. Weitere Informationen gibt es bei Marion Ecke unter Mail nofrac@freenet.de oder in der Facebook-Gruppe „frackingfreies Auenland“.

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