Tierheim Wasbek bei Neumünster : Neue Besitzer fürs Tierheim Wasbek

Bärbel Schneider (links) freut sich sehr, den Tieren im Tierheim Wasbek – wie hier Katze Marusha – zu helfen. Für Chefin Bianca Schenk und ihr Team bringt der Besitzerwechsel nun Planungssicherheit und ein großes Stück Ruhe ins Alltagsgeschäft.
Bärbel Schneider (links) freut sich sehr, den Tieren im Tierheim Wasbek – wie hier Katze Marusha – zu helfen. Für Chefin Bianca Schenk und ihr Team bringt der Besitzerwechsel nun Planungssicherheit und ein großes Stück Ruhe ins Alltagsgeschäft.

Das Ehepaar Bärbel und Burckhard Schneider hat das 7500 Quadratmeter große Grundstück am Krusenhofer Weg gekauft.

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01. Februar 2018, 17:10 Uhr

Neumünster | Die Notsituation war groß Ende Oktober vergangenen Jahres. Die Kündigung des Mietvertrages von der Diakonie lag auf dem Tisch vor dem Team vom Tierheim Wasbek. „Das Schreiben kam völlig überraschend. Wir sollten zum Jahresende gehen, hätten noch bis März Zeit gehabt alles zu räumen“, sagt die Vereinsvorsitzende Bianca Schenk. „Und das nach einem halben Jahr, wo der Betrieb gerade richtig am Laufen war.“ Doch die engagierte Gruppe gab nicht so einfach auf. Mit Erfolg: Nun haben Bärbel und Burckhard Schneider das Grundstück gekauft und dem Tierheim einen unbefristeten Mietvertrag gegeben.

Das Paar aus Bad Bramstedt engagiert sich sozial in vielen Bereichen. „Ich war früher selber lange Zeit im Tierschutz aktiv und zweite Kreisvorsitzende in Segeberg“, erzählt Bärbel Burckhard. Sie fand den handgeschriebenen Zettel von Bianca Schenk eines Oktober-Abends im Briefkasten. „Wir sind in Not, bitte rufen Sie uns an“, stand darauf. „Mein Mann und ich waren skeptisch, aber auch neugierig, was dahinter steckt“, sagt die Bad Bramstedterin. Viele Telefonate und Treffen folgten, bis schließlich vor wenigen Tagen alles vertraglich und notariell unter Dach und Fach gebracht wurde.

Bianca Schenk atmet tief durch. Ganze Steinberge fallen merkbar von ihr ab. „Wir sind den Schneiders unglaublich dankbar. Denn die Diakonie hatte bereits mehrere Kaufinteressenten“, sagt sie. Warum sie darüber so spät und kurzfristig informiert worden sei, wisse sie nicht. „Da will ich auch nicht spekulieren.“ Fest stehe nun: Die Arbeit könne fortgesetzt werden. 200 000 Euro zahlten die Schneiders für das idyllische Grundstück mit den beiden insgesamt rund 500 Quadratmeter großen Gebäuden.

Dort fanden in den vergangenen knapp sieben Monaten insgesamt rund 250 Katzen und Kleintiere zumindest vorübergehend bis zur Vermittlung ein Zuhause. „Wir sind gut ausgelastet, konzentrieren uns voll auf die Fundtiere“, sagt Bianca Schenk. Mit den Ämtern Bad Bramstedt, Bad Bramstedt-Land, Boostedt-Rickling und Kellinghusen-Land gebe es entsprechende Verträge. Der weit überwiegende Teil kommt aber aus Neumünster. Seit 1. August vergangenen Jahres besteht der Vertrag mit der Stadt, der zunächst für ein Jahr mit der Option auf Verlängerung geschlossen wurde. „Wir würden das sehr gerne weitermachen. Wenn das nicht klappen sollte, können wir uns nun aber auch neu aufstellen und zum Beispiel Abgabetiere aufnehmen“, sagt Bianca Schenk. Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras hatte den Vertrag mit Wasbek unterzeichnet, obwohl es massive Proteste, vor allem von CDU, SPD und BfB gegeben hatte. Sie verlangten die Wiedereröffnung der Tierauffangstelle durch den Tierschutzverein, der auch einen entsprechenden Antrag stellte (der Courier berichtete).

Das Team in Wasbek umfasst mittlerweile fünf Mitarbeiter und rund zehn aktive Ehrenamtler. Hinzu kommen viele Sponsoren, die die Arbeit mit Geld- oder Sachspenden unterstützen.

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