zur Navigation springen
Holsteinischer Courier

12. Dezember 2017 | 15:21 Uhr

Bautrend : Neubauten derzeit nur als Ersatz

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

In Neumünster gibt es es rund 2300 Wohnungen zu viel / Wobau und Baugenossenschaft widersprechen ihrem Dachverband

shz.de von
erstellt am 10.Jan.2014 | 06:30 Uhr

Es bleibt dabei: Echte Neubauten von Mietwohnungen wird es auf absehbare Zeit in Neumünster nicht geben. Alles, was im Geschosswohnungsbau derzeit neu errichtet wird, wird von den großen Wohnungsbaugesellschaften an anderer Stelle vom Markt genommen.

„Wir bleiben bis auf weiteres unserer Strategie treu, vorzugsweise in Ersatzneubauten und Modernisierung zu investieren“, stellte gestern Wobau-Chef Uwe Honsberg klar. Rund 11 Millionen Euro will der Marktführer in Neumünster in den kommenden fünf Jahren in Neumünster in diese Segmente stecken. Echte Neubauten von Mietwohnungen sollen die Ausnahme bleiben.

Ähnlich äußerte sich Frank Natusch, Vorstand der Baugenossenschaft Holstein (BGH), mit rund 2500 Wohnungen die Nummer Zwei in der Stadt: Eventuell werde es die eine oder andere zusätzliche Seniorenwohnanlage geben, grundsätzlich sei der Geschosswohnungsneubau in Neumünster derzeit aber „kein Thema“, sagte Natusch. Auch die BGH verplant ihren Jahresetat derzeit für – vorzugsweise– energetische Sanierungen und baut nur dort neu, wo sie vorher abgerissen hat – wie derzeit etwa an der Max-Richter-Straße.

Die Chefs der beiden größten Wohnungsgesellschaften der Stadt widersprechen damit der Einschätzung des eigenen Dachverbandes VNW. Der Verband norddeutscher Wohungsunternehmen hatte erst am Dienstag eine neue Bauoffensive für Schleswig-Holstein angekündigt. Rund 1000 neue Wohnungen sollen danach in diesem Jahr in Schleswig-Holstein neu entstehen, schwerpunktmäßig in Kiel, Lübeck, Neumünster, Flensburg sowie auf der Insel Sylt und im Hamburger Umland.

Wobau-Chef Uwe Honsberg kann zwar die anziehende Nachfrage nach neuem Wohnraum für das Land nachvollziehen, für Neumünster gelte das aber ausdrücklich nicht. Nach wie vor kämpfe die Stadt mit einem starken Wohnungsüberhang. BGH-Vorstand Frank Natusch schätzt, dass es derzeit etwa 2300 Wohnungen in der Stadt zuviel gibt, ein Großteil davon gilt als stark sanierungsbedürftig, vielfach kaum noch als vermietbar. So stehen etwa Am Steinkamp oder in der Hellmuth-Kock-Straße ganze Häuserzeilen leer.

Die Stadt verhandelt daher im Rahmen von Sanierungsprogrammen seit Jahren mit den großen Wohnungsgesellschaften über einen sukzessiven Rückbau, sprich Abriss leerstehender Mietshäuser, die ein ganzes Quartier belasten können. Das gelingt allerdings nur in kleinen Schritten.

Solange der Wohnungsmarkt aber nicht bereinigt sei, sei Geschossneubau in der Stadt wirtschaftlich kaum zu vertreten, sind sich die Experten einig.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen