Neubau dank der Knut-Gelder

Liebling der Nation:  Eisbär Knut, am 5. Dezember 2006 geboren,  brachte dem Berliner Zoo Millionen ein - davon profitiert jetzt auch der Tierpark in Neumünster.   Foto: dpa
1 von 2
Liebling der Nation: Eisbär Knut, am 5. Dezember 2006 geboren, brachte dem Berliner Zoo Millionen ein - davon profitiert jetzt auch der Tierpark in Neumünster. Foto: dpa

Im Tierpark haben die Erdarbeiten für das neue Eingangsgebäude begonnen / Rohbau soll Weihnachten stehen / Eröffnung für Ostern vorgesehen

Avatar_shz von
11. Oktober 2012, 06:23 Uhr

Neumünster | Die oberste Erdschicht auf der Wiese vor der Kasse ist auf einer Fläche von gut 240 Quadratmetern abgetragen und plan gemacht. Kabel und Rohre ragen in die Luft, der Fußweg zum Eingang ist verschwenkt, und die neue Lkw-Zufahrt von der Geerdtsstraße ist schon fertig. Besucher des Tierparks können seit einigen Tagen die ersten Baufortschritte für das neue Eingangsgebäude beobachten. Mit sechs Wochen Verzögerung haben die Arbeiten begonnen. "Die Ausschreibung hat länger gedauert als gedacht. Wir mussten mit verschiedenen Firmen nachverhandeln", erklärt Dr. Peter Drüwa.

Nun hofft der Tierpark-Chef auf einen milden und trockenen Winter, damit es zumindest zügig weiter vorangeht. "Der Rohbau sollte vor Weihnachten stehen, damit im Januar und Februar dann die Technik eingebaut werden kann", sagt Drüwa. Als Eröffnungstermin für den 600 000 Euro teuren Gebäudekomplex peilt er Ostern 2013 an - sofern das Wetter mitspielt. Dann soll das neue Aushängeschild der Anlage neue Besucher anlocken. Der Großteil des Geldes für das Projekt stammt aus den Einnahmen nach dem Verkauf des mittlerweile verstorbenen Eisbären Knut im Berliner Zoo. Denn der tierische Liebling der Nation war der Sohn von Lars, einem Eisbären aus Neumünster, der 1999 nach Berlin ausgeliehen worden war.

Die Pläne des Architekten Willem Hain aus Brachenfeld sehen einen markanten Flachdachbau mit einem Verwaltungstrakt, einer großzügigen Toilettenanlage, zwei Kassen sowie einem Museums-Shop mit großer Glasfront vor. Dort soll das bisher eher magere Angebot an Andenken deutlich ausgebaut werden. "Es wird dann auch naturwissenschaftliche Literatur, CDs und Gesellschaftsspiele geben. Außerdem werden wir mehr Plüschtiere im Sortiment führen", kündigt Drüwa an. Vorerst will der Tierpark den Shop selbst betreiben, allerdings dürfen die Gewinne aus steuerlichen Gründen nicht zu hoch werden. "Wir sind schließlich ein gemeinnütziger Verein", sagt Drüwa, der auch Vorsitzender der Tierpark-Vereinigung ist.

Das bisherige Eingangsgebäude soll als Lager- sowie Besprechungsraum für die Tierpfleger weitergenutzt werden. Der Metallzaun vor der jetzigen Kasse bleibt erhalten, um das Tierparkgelände abends absperren zu können, falls Veranstaltungen im benachbarten Bistrorant stattfinden. Das Drehkreuz am Ausgang wird dann neben das neue Eingangsgebäude versetzt, der weiße Zaun am Ausgang verschwindet ganz.

Doch bevor es soweit ist, sollen in den nächsten Tagen erst einmal die Kieslaster rollen, um das Fundament vorzubereiten. Dafür muss die Telekom allerdings noch ein Kabel verlegen. Das dauert auch schon länger als geplant. "Wer baut, muss eben immer mit Verzögerungen rechnen", sagt Drüwa.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen