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Padenstedt : Naturschützer sind seit 25 Jahren aktiv

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Renaturierungsverein Padenstedt erinnerte an die Anfänge und ehrte langjährige Mitglieder.

shz.de von
erstellt am 27.Okt.2015 | 12:00 Uhr

Padenstedt | Alles fing an, als Padenstedter Bürger den Entschluss fassten, der begradigten Stör ihren natürlichen Lauf zurückzugeben, um so wieder eine Lebensgrundlage für die heimische Flora und Fauna zu schaffen. 1990 gründeten zehn Naturfreunde deshalb den Renaturierungsverein Padenstedt, kauften Flächen entlang des Flusses und veranlassten den Bau von Störschleifen. Die Vereinsmitglieder forsteten das Ufergelände auf, legten Biotope an und hängten Nistkästen auf. Am Wochenende wurde das Jubiläum zunächst intern mit Ehrungen langjähriger Mitglieder gefeiert.

An freiwilligen Helfern mangelte es nie. Bauern stellten ihre Fahrzeuge zur Verfügung, Handwerker ihr Know-how und Jäger ihre Kenntnisse über die heimische Tierwelt. Was fehlte, war ein Versammlungsraum, denn die Zahl der Mitglieder und freiwilligen Helfer wuchs stetig. Zehn Jahre nach der Vereinsgründung kam man mit der Gemeinde ins Gespräch. Eine kleine Kate, die der ehemaligen Dorfschule früher als Kohlenschuppen, Schweine- und Hühnerstall diente, verfiel zusehends und sollte abgerissen werden. „Viel zu schade“, meinten die Naturschützer und machten ein Angebot: Die Gemeinde stellt Material zur Verfügung, der Renaturierungsverein kümmert sich um die Renovierung. Zwei Jahre und zigtausend Stunden freiwilliger Arbeit später war aus der Ruine ein schmuckes Häuschen geworden. Die ausschließliche Nutzung als Versammlungsraum hatte man da längst verworfen. Die ehemalige Schulkate hatte sich dank der vielen Helfer zu einem naturkundlichen Museum gemausert. Insgesamt 600 Exponate, davon circa 320 Tierarten, mehrere Herbarien und Infotafeln stehen den Besuchern heute zur Verfügung. Selbst die Geschichte der Imkerei kann man im Museum studieren.

Neben dem Museumsbau ging die „tägliche“ Arbeit des Renaturierungsvereins natürlich weiter. Neue Flächen wurden gekauft, eine Obstwiese angelegt und in manchen der inzwischen 150 Nistkästen haben Fledermäuse und Schleiereulen ein neues Zuhause gefunden. Seltene Lurche, Frösche und Kröten sollen sich bald in den 14 Feuchtbiotopen tummeln.

Um den Ausbau und die Instandhaltung der Flächen und Bestände kümmert sich heute ein fester Kern von zehn Ehrenamtlichen mit vielen freiwilligen Helfern. „Hier arbeiten alle zusammen, jeder gibt das, was er geben kann“, sagte der 1. Vorsitzende des Vereins, Dr. Volker Heeschen am Wochenende. So viel Gemeinsinn kommt an. Auf 285 Mitglieder ist der Verein in 25 Jahren angewachsen. Tendenz steigend. Etwa 60 Museums-Führungen werden pro Jahr gebucht, Interessenten können sich bei Dr. Volker Heeschen unter Tel. 04321  /  8  14  04 oder bei Werner Rahlf unter Tel. 0 4321 / 8  35  36 anmelden.

Am 27. November feiert der Verein sein Jubiläum mit einem öffentlichen „Weihnachts-Jazz in der Natur“ auf den Vereinsflächen an der Stör.


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