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Grüne Achse von Einfeld nach Tungendorf : Naturerlebnis vor der Haustür

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Neuer Lehrpfad zwischen Alter Obstwiese und Moorweg eröffnet. Tafeln und Faltblätter informieren über die Artenvielfalt im Biotopverbund

von
erstellt am 06.Mai.2014 | 08:30 Uhr

Neumünster | Mitten in der Stadt hat es die Natur schwer, ihre Vielfalt zu entfalten, aber es gibt auch in Neumünster „Trittsteine“ der Natur durch ansonsten dicht besiedelte und durch Straßen und Gewerbegebiete versiegelte Flächen. Im Norden zwischen der Alten Obstwiese an der Kieler Straße in Einfeld und dem Moorweg in Tungendorf lädt ein neuer Lehrpfad zum Naturerlebnis vor der Haustür ein. Stadtrat Oliver Dörflinger und Heinrich Kautzky, Ute Obel, Matthias Trauzold sowie Anja Schubring vom Fachdienst Natur und Umwelt weihten ihn gestern offiziell ein.

Vier Schautafeln und einige Faltblätter informieren über die Vielfalt im Biotopverbund. Die Stationen sind die Alte Obstwiese an der Kieler Straße 515, die Ackerbrache auf der anderen Straßenseite und der geschützte Landschaftsbestandteil Vierkamp mit zwei Infotafeln am Baggersee Preetzer Landstraße sowie am Graskamp. Zum Biotopverbundkorridor gehört auch der Stitzenredder am Moorweg.

„Biologische Vielfalt setzt sich aus Artenvielfalt der Pflanzen und Tiere, Vielfalt der Lebensräume und genetischer Vielfalt zusammen“, sagte Ute Obel. Die Ackerbrache sei ein Beispiel dafür. 1993 endete hier die landwirtschaftliche Nutzung. Die Stadt kaufte das knapp fünf Hektar große Areal, ließ die Fläche brach fallen und legte Knicks an. Die Artenvielfalt ging dennoch zurück. Seit die Brache jedoch in kleinteilige Flächen aufgeteilt ist, die nach einem rhythmischen Muster gemäht und auch umbrochen werden, hat sich ein buntes Mosaik verschiedener Lebensräumen etabliert.

Es gibt hier Raritäten und Pflanzen und Tiere, die auf der roten Liste der gefährdeten Arten stehen wie den Lämmersalat, das Zittergras oder den Falter Sechsfleck-Widderchen. „Eine Untersuchung vor drei Jahren hat gezeigt, dass der Biotopverbund funktioniert“, sagte Anja Schubring. Solch eine Vielfalt ist für Ute Obel Zeugnis eines robusten Ökosystems, das es zu erhalten gelte – und das nicht mit erhobenem Zeigefinger. „Naturschutz heißt für uns auch Naturgenuss und Miteinander von Mensch und Natur“, sagte sie. Noch ist es allerdings etwas zu früh, die Schönheit zu genießen. „Aber im Sommer wird es richtig blühen“, sagte Ute Obel.

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