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Namensgeber der Groth-Schule ist zurückgekehrt

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Nach mehr als 70 Jahren gibt es wieder eine Büste des berühmten Schriftstellers / Verein der Ehemaligen überreichte das Geschenk während des Jazzabends vor 90 Gästen

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erstellt am 12.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Neumünster | "Heute habe ich Ihnen einen besonderen Gast mitgebracht. Und das Beste ist: Er wird bleiben." Mit diesen Worten begrüßte Dorette Kinzel-Herwig die Besucher am Freitagabend in der Aula der Klaus-Groth-Schule (KGS). Gespannt warteten die knapp 90 Gäste, die der Einladung des Vereins der Ehemaligen der KGS zum Jazzabend gefolgt waren, auf die Enthüllung des Geheimnisses. Das stand gut versteckt unter einem Tuch auf der Bühne.

Die 1. Vorsitzende des Vereins spannte ihre Gäste nicht lange auf die Folter. Beherzt zog Dorette Kinzel-Herwig das Tuch zur Seite und zum Vorschein kam eine Tonbüste von Klaus Groth. Unter großem Applaus wurde "Klaus", wie Kinzel-Herwig die Büste scherzhaft nannte, an den stellvertretenden Schulleiter Ulrich Dietl überreicht. Als "eine Art Wiedergutmachung" beschrieb die Neumünsteranerin das Geschenk. Schließlich war es eine ehemalige Schülerin gewesen, die die alte Klaus-Groth-Büste zerbrochen hatte. Bis in die 40er-Jahre thronte sie an einer Wand in der Aula, wurde dann aber während des Krieges aus Sicherheitsgründen in den Kartenraum gebracht.

Und hier passierte das Malheur: Eine neugierige Schülerin der damals reinen Mädchenschule wollte unbedingt einen besseren Blick durch das Fenster im Kartenraum haben. Schließlich standen auf der Straße ein paar Jungs von der Holstenschule. Und die galt es zu begutachten. Kurzerhand nutzte sie die Büste als Tritt, und um Klaus Groth war es geschehen.

Über 70 Jahr blieb sein Platz in der Aula daraufhin leer. Nun soll der Namenspatron wieder zum festen Inventar der Schule gehören. Als Künstlerin der Büste konnte der Verein der Ehemaligen Elke Rohloff gewinnen. Die diplomierte Ingenieurin für Hochbau fertigt in ihrer Freizeit Tonbüsten nach Fotovorlagen. "Obwohl es von Klaus Groth nur wenige Fotos gibt, stand der Gesichtsausdruck von Anfang an fest: Ernsthaftigkeit und Würde sollte die Büste ausstrahlen. Diese Haltung des niederdeutschen Schriftsteller ist in vielen seiner Geschichten und Gedichte ablesbar", beschreibt Elke Rohloff ihr Werk. Dieser Anspruch ist ihr gelungen.

Das meinte auch Inge Schulz-Hildebrandt. Die ehemalige Klaus-Groth-Schülerin kam 1937 auf das Neumünsteraner Lyzeum. Ihr Abitur machte sie 1947. "An unserem Prüfungstag herrschte eisige Kälte und alles war meterhoch zugeschneit. Aber wir wollten unbedingt alle unser Abi schaffen," erinnerte sich die pensionierte Lehrerin. "In unserer Klasse gab es drei Mädchen aus Hohenwestedt. Die sind am Tag der Prüfung morgens um drei Uhr zu Fuß nach Neumünster gestartet. Der Zug hatte aufgrund des Wetters seine Fahrten eingestellt. Müde und durchgefroren, aber glücklich haben auch diese Drei ihre Prüfungen bestanden", beschrieb Inge Schulz-Hildebrandt.

Kleinen Anekdoten konnte man während des gesamten Jazzabends überall lauschen. Nachdem die "Happy-Schwale-Jazzband" ihre Stücke auf der Bühne präsentierte, zogen die Musiker spielend, gefolgt von Veranstaltern und Gästen durch die Mensa in den Garten. Bei Snacks, Getränken und anregenden Gesprächen genossen Freunde und Ehemalige der Groth-Schule den Abend.

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