Wasbek : Nässe erschwert Rübenanbau

Eine verspätete Aussaat und die Nässe während des Sommers haben sich negativ auf die Zuckerrübenernte ausgewirkt.
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Eine verspätete Aussaat und die Nässe während des Sommers haben sich negativ auf die Zuckerrübenernte ausgewirkt.

13 Tonnen Zucker je Hektar wurden erwirtschaftet. Pro Betrieb gab es im Durchschnitt rund 8000 Euro weniger im Norden.

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08. Februar 2018, 10:10 Uhr

Wasbek | Gestern tagten die Nordzucker AG und der Zuckerrübenanbauerverband Schleswig Holstein in Wasbek in Kühls Gasthof. Insgesamt gab es eine gute Rübenernte in Deutschland, allerdings mit sehr großen regionalen Unterschieden und einem deutlichen Süd-Nord-Gefälle hinsichtlich der Erträge. Die Nässe hat Landwirten und Rübenlogistikern zu schaffen gemacht.

Ein außergewöhnlich nasses Anbaujahr mit teilweise deutlich mehr als 1000 Litern Regen pro Quadratmeter steckt den Rübenanbauern noch in den Knochen. Anhaltende Regenfälle hatten ihnen die Ernte, Logistik und Verarbeitung erschwert. „Gemeinsam haben alle Beteiligten in der Verfahrenskette von der Rübenernte bis zum Transport die Fabriken der Nordzucker mit Rüben versorgt“, betonte Dr. Andreas
Schröder Vorstandsmitglied des Zuckerrübenanbauerverbandes Schleswig-Holstein.
„Unsere Mitglieder erzielten mit 13 Tonnen Zucker je Hektar immerhin noch ein durchschnittliches Ergebnis.“ Eine verspätete Aussaat und die Nässe während des Sommers waren für das Wachstum der Rüben alles andere als optimal. Bei extrem hohen und anhaltenden Niederschlägen sowie einer sehr nassen Erntephase blieben die Erträge hinter den Erwartungen zurück. „Zum Glück konnten jedoch fast alle Rüben geerntet werden“, so Georg Sander vom Agricenter im Nordzucker-Werk Uelzen. „Die Verarbeitung im Werk war aufgrund des hohen Erdanhangs erheblich aufwändiger.“ Insgesamt sei die innere Qualität der Rüben erfreulich gewesen.

Zur Wirtschaftlichkeit der Rübe berichtete der Geschäftsführer des Zuckerrübenanbauerverbandes, Stefan Büsching: „Mit nur durchschnittlichen Erträgen und gleichzeitig gesunkenen Rübenpreisen leistet die Zuckerrübe im Vergleich zum Vorjahr einen geringeren Beitrag zum Betriebseinkommen. Für den durchschnittlichen Rübenanbauer im Verbandsgebiet sind das rund 8000 Euro im Betrieb weniger, die nicht kompensiert werden können.“ Büsching abschließend: „Wir spüren deutlich die Auswirkungen des Zuckermarktes ohne Quoten und Mindestpreis“.

Dr. Andreas Windt von der Nordzucker AG in Braunschweig meinte: „Die Rübe hat Zukunft, auch wenn wir derzeit durch eine Phase mit niedrigen Preisen gehen.“

Bei den Wahlen zum Beirat des Zuckerrübenanbauerverbandes wurden Karsten Pries (Stocksee), Björn Rohweder-Struve (Silzen), Stefan Sager (Ottendorf) gewählt.

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