Karneval : Närrischer Besuch im Rathaus

Wirklich prächtig waren die kleinen Prinzen und Prinzessinnen anzusehen, als sie am Wochenende gemeinsam mit den großen Narren im Rathaus von Stadtpräsident Friedrich-Wilhelm Strohdiek (hintere Reihe Mitte) begrüßt wurden.
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Wirklich prächtig waren die kleinen Prinzen und Prinzessinnen anzusehen, als sie am Wochenende gemeinsam mit den großen Narren im Rathaus von Stadtpräsident Friedrich-Wilhelm Strohdiek (hintere Reihe Mitte) begrüßt wurden.

Zum 26. Mal war Neumünster Hauptstadt des karnevalistischen Treibens für Schleswig-Holstein und Hamburg. Großer Empfang im historischen Saal

shz.de von
19. Januar 2015, 13:00 Uhr

Neumünster | „Der Elferrat, der Elferrat ist eine ganz besond’re Art“, schrieb Jemand in das Gästebuch, das am Sonnabend im Rathaus die Runde machte. In der Tat: Zum 26. Mal war Neumünster die Hauptstadt des karnevalistischen Treibens in Schleswig-Holstein und Hamburg. Zum Prinzentreffen putzten sich über 20 Tollitäten, Lieblichkeiten, Niedlichkeiten, Naivitäten und Traditionsträger heraus, um bei Sekt und Saft im Historischen Ratssaal von Stadtpräsident Friedrich-Wilhelm Strohdiek und Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras sowie dem Präsidenten des Norddeutschen Karneval-Verbands (NKV), Jens Dormann, empfangen zu werden.

Pracht und Pomp, wohin das Auge blickte: In zwei Meter breiten, reich verzierten Reifröcken rauschten bekrönte Prinzessinnen vorbei, auf den Köpfen der Prinzen saßen keck glitzernde Narrenkappen, in denen anmutig Pfauenfedern wippten, Pailletten und Samt müssen kiloweise vernäht worden sein.

„Für so ein Kostüm einer Prinzessin kriegt man einen Kleinwagen“, verrät Alexander Peters (18) von der Kieler Karnevalsgesellschaft Eulenspiegel. Den schmuck gekleideten Jecken reizt am Karneval, „dass man jedes Wochenende unterwegs ist. Der Freundeskreis vergrößert sich. Auch die Tanzgarde macht Spaß. Außerdem mag ich die Kostüme“. Die nennen sich korrekt Ornat, und auch andere Regeln gibt es: Der Prinz wird immer vor der Prinzessin genannt, Traditionalisten bestehen auf eine Anrede in der dritten Person.

Trotz überaus gelöster Atmosphäre findet Marion Meiling vom Schnakenbeker Carnevalsverein: „Das ist nicht nur eine reine Spaßvereinigung. Immerhin fährt jedes Jahr ein Paar aus jedem Bundesland in den Deutschen Bundestag und wird dort von der Kanzlerin empfangen.“ Schleswig-Holsteins Karnevalisten werden in diesem Jahr von Seiner Tollität Prinz Frank I. und Ihrer Lieblichkeit Prinzessin Elena I. aus Plön vertreten.

Nach freundschaftlichem Ordens- und Küßchenaustausch und einem herzhaftem Frühstück gab es im Foyer des Rathauses als kleine Zugaben natürlich noch gekonnte Tanzshows.


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