Blutspenden in Neumünster : Nadel rein, doppelt Retter sein

Erstspender Alexander Ibsch (32) ließ sich von Birgit Rogge Blut abnehmen. Über die Typisierung informierte er sich erstmal nur.
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Erstspender Alexander Ibsch (32) ließ sich von Birgit Rogge Blut abnehmen. Über die Typisierung informierte er sich erstmal nur.

Erster Blutspendetermin mit Knochenmark-Typisierungsaktion – Boom bei Erstspendern im vergangenen Jahr

shz.de von
03. Januar 2018, 08:45 Uhr

Neumünster | Es ist nur ein Röhrchen mehr Blut, das noch mehr Leben retten kann: Wer am Dienstag zum Aderlass des DRK-Blutspendedienstes ins Hotel Prisma in Neumünster ging, konnte sich erstmals gleichzeitig als Stammzellenspender typisieren lassen.

Grundsätzlich ist es bei jedem DRK-Blutspendetermin möglich, sich als Knochenmarkspender und damit als potenziellen Retter eines Leukämie-Kranken registrieren zu lassen. „Das wissen allerdings die wenigsten, deswegen machen wir mit besonderen Aktionsterminen darauf aufmerksam“, erklärte Tim Habich, Sprecher des DRK-Blutspendedienstes.

Bislang ließ sich im Schnitt eine Person pro angebotenem Spendetermin erfassen. Das soll sich ändern. Deshalb fahren täglich bis zu neun Teams von den Spendedienst-Zentralen aus Lütjensee und Schleswig ins ganze Land raus, um Aufklärungsarbeit bei Blutspendeterminen an einem mobilen Informationsstand zu leisten.

„Super, dass man das alles bei einem Gang machen kann“, sagte Sabrina Duske. Die 33-Jährige spendete zum dritten Mal Blut und informierte sich zunächst über die Typisierung bei der Laborangestellten Helga Spehr. „Viele Menschen haben Vorbehalte, sich in der zentralen Datei als Knochenmarkspender aufnehmen zu lassen. Man kann seinen Eintrag jederzeit wieder löschen lassen“, erläuterte Helga Spehr. Über einen Mundabstrich mit dem Stäbchen werden die Gewebemerkmale allerdings nicht erfasst, sondern per Blutabnahme: „Diese Methode ist sicherer, denn ein Stäbchen ist empfindlicher für Verunreinigungen und falls im Labor mal etwas schief läuft, hat man mehr Versuche, die Gewebemerkmale festzustellen“, so Spehr.

Inga Ressel nutzte die Möglichkeit, sich typisieren zu lassen. „Bislang stimmte mein Eisenwert dafür nicht“, sagte 65-Jährige, die seit Jahren ehrenamtlich bei DRK-Spendeterminen in Neumünster hilft.

Alexander Ibsch hat sich als Vorsatz fürs neue Jahr zunächst zu einer Blutspende von seiner Freundin überzeugen lassen. „Vielleicht bin ich das nächste Mal bei der Typisierung dabei“, erklärte der 32-jährige Erstspender.

„Im vergangenen Jahr haben wir einen richtigen Boom bei den Erstspendern verzeichnen können“, freute sich Habich. Insgesamt wurden 2016 beim DRK-Blutspendedienst in Neumünster 2063 Spender gezählt, 934 mehr als im Vorjahr. Besonders hervorzuheben sei, dass von diesen Spendern 731 zum ersten Mal zum Aderlass gegangen sind. Das sind 511 mehr als im Vorjahr. „Diesen enormen Boom führen wir, darauf zurück, dass wir sieben Orte in der Stadt neu als Stationen dazugenommen haben, darunter zentrale Plätze in der Innenstadt wie die Holstengalerie oder das Rathaus“, so Habich. Im Hotel Prisma startete zum dritten Mal eine Aktion.

Der nächste Blutspendetermin ist am 19. Januar von 14 bis 18 Uhr beim DRK-Kreisverband.

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