Brandschutz : Nachwuchssorgen bei der Feuerwehr

Löschen, Bergen, Retten, Schützen lautet das Aufgabenspektrum der Feuerwehr (hier die FF Stadtmitte im Gaz). Doch es finden sich immer weniger Mitstreiter für die gute Sache.
Löschen, Bergen, Retten, Schützen lautet das Aufgabenspektrum der Feuerwehr (hier die FF Stadtmitte im Gaz). Doch es finden sich immer weniger Mitstreiter für die gute Sache.

Führungspositionen können kaum mehr besetzt werden. Die Zusammenlegung mehrerer Wehren ist auf lange Sicht wahrscheinlich.

shz.de von
27. Oktober 2014, 05:00 Uhr

Die Struktur der Freiwilligen Feuerwehren in Neumünster wird sich in den kommenden Jahren entscheidend ändern. Vor dem Hintergrund weiter rückläufiger Mitgliederzahlen geht Stadtbrandmeister Dr. Klaus-Peter Jürgens davon aus, dass einige der sieben Wehren im Stadtgebiet mit anderen zusammengelegt werden müssen. Im Gespräch sind die beiden Tungendorfer Wehren, die Wehr Brachenfeld mit Stadtmitte und die Wehren Wittorf und Gadeland. Jürgens arbeitet derzeit eng mit Sven Kasulke, Chef der Berufsfeuerwehr, und den Wehrführungen an einem Zukunftsplan.

Die Berufsfeuerwehr allein kann den Brandschutz mit ihrer Personalstärke nicht sicherstellen. Deshalb wird zu jedem Einsatz auch eine Freiwillige Wehr mit alarmiert. Werktags von 6 bis 18 Uhr ist das bereits ein großes Problem. Weil nicht genügend Feuerwehrleute für eine qualifizierte Löschgruppe bereit stehen, werden mittlerweile zwei Wehren parallel alarmiert. Lediglich die personell stärkste Wehr in Einfeld (siehe Infokasten) kann noch auf genügend Leute zurückgreifen.

Doch nicht nur der Nachwuchs bereitet Sorgen. „Es wird immer schwieriger, Führungspositionen vom Gerätewart bis zum Wehrführer mit qualifizierten Personen zu besetzen“, sagt Jürgens. Er selbst wollte eigentlich in diesem Jahr während seiner vierten Amtszeit die Führung in jüngere Hände abgeben, doch ein Nachfolger ist nicht in Sicht (der Courier berichtete). „Das ist ein Vollzeit-Job, da findet sich niemand“, sagt er. Die Lösung könnte – ähnlich wie in Kiel – ein hauptamtlicher Stadtwehrführer sein, der bei der Berufsfeuerwehr angesiedelt wird.

Aufschluss erhofft sich Jürgens auch von einer aktuell noch laufenden Bachelor-Arbeit über das Feuerwehrwesen in Neumünster. Sie analysiert unter anderem, an welchen Stellen Wehrhäuser in der Stadt sinnvoll wären.

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