Tuch + Technik : Nachwuchskünstler auf dem Laufsteg

Vor Publikum ging es für die sechs Mädchen im Museum Tuch + Technik auf den Laufsteg. Neben T-Shirts und Bildern gestalteten die Mädchen im Alter zwischen acht und elf Jahren auch eine Tasche.
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Vor Publikum ging es für die sechs Mädchen im Museum Tuch + Technik auf den Laufsteg. Neben T-Shirts und Bildern gestalteten die Mädchen im Alter zwischen acht und elf Jahren auch eine Tasche.

Sechs Teilnehmerinnen des Workshops „Museobilbox“ präsentierten im Museum Tuch + Technik ihre selbstgenähten Arbeiten.

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18. Juli 2015, 07:00 Uhr

Neumünster | Welche kreativen Ideen sich mit ungewöhnlichen Materialien und einer Nähmaschine umsetzen lassen, zeigten sechs Mädchen im Alter zwischen acht und elf Jahren im Museum Tuch + Technik am Kleinflecken. Gemeinsam mit dem Projekthaus und dem Kieler Kinder-Kulturbüro hatte das Museum zum achten Mal den Workshop „Museobilbox“ angeboten, der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird.

Inspirieren ließen sich die jungen Teilnehmerinnen diesmal von der Ausstellung „European Art Quilts“, die derzeit im Museum gezeigt wird. „Die Aufgabe lautete, aus mehreren Lagen Stoff eigene Motive zu nähen“, erklärte die Museumspädagogin Karin Ruhmöller. Unter Anleitung der beiden Betreuerinnen Malena Karnowski und Hilal Künden wurde mit verschiedenen Materialien wie T-Shirt-Stoff, Filz, Perlen und Moosgummi gearbeitet. Die Kosten für das Material wurden komplett vom Bund übernommen.

Einmal pro Woche trafen sich die Teilnehmerinnen seit Anfang Juni im Projekthaus, um ihre Ideen umzusetzen. Am Anfang des Workshops stand die Planungsphase. Für die zehnjährige Laura stand schnell fest, dass sie während der Projektarbeit eine Tasche nähen möchte. „Ich habe mir dann einen schwarzen Stoff ausgesucht und den Schriftzug „Love“ aufgenäht. Außerdem habe ich einen Reißverschluss und einen Henkel angenäht und die Tasche mit Glitzersteinen verziert“, sagte die Neumünsteranerin, die auf dem Gebiet bereits ein kleiner Profi ist: „Meine Oma hat eine Nähmaschine zu Hause, mit der habe ich unter anderem schon ein Kleid und eine Handy-Tasche genäht“, berichtete sie stolz.

Die elfjährige Gamze ließ sich bei ihrer Arbeit durch einen bunten Quilt inspirieren, der im Museum hängt. Ebenso farbenfroh gestaltete sie ein Bild, dessen Einzelteile sie aus unzähligen kleinen Filzstücken zusammennähte.

Angelina (9) hat bereits zum dritten Mal an dem Workshop teilgenommen. Sie nähte diesmal ein T-Shirt, das sie mit einem „A“ und glitzernden Pailletten verzierte. Das fertige Werk präsentierte sie im Museum zusammen mit ihren Mitstreiterinnen zu flotter Musik und unter großem Applaus auf einem Laufsteg. Für die Vorstellung hatten die Mädchen aktuelle Musikstücke ausgewählt, zu denen sie eine kleine Choreografie zeigten.

Projekthaus-Leiterin Antje Leimbach freute sich sehr darüber, wie souverän die Mädchen ihre Aufgabe in den vergangenen Wochen gemeistert haben: „Die Kinder haben während des Workshops das Museum als einen neuen Ort für sich entdeckt und gelernt, sich an Termine zu halten.“

Wenn es nach Karin Ruhmöller geht, war der achte Workshop in zweieinhalb Jahren noch lange nicht der letzte dieser Art: „Der Antrag auf eine Verlängerung des Projektes geht in den nächsten Tagen raus. Ideen gibt es schließlich genug.“

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