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Neues Ausbildungskommissariat : Nachwuchsermittler im Einsatz

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Neun Studenten der Verwaltungsfachhochschule in Altenholz lernen in Neumünster bei der Kriminalpolizei die praktische Arbeit.

von
erstellt am 04.Mär.2016 | 12:00 Uhr

Neumünster | Noch bis Ostern hat die Kriminalpolizei in Neumünster tatkräftige Unterstützung von neun jungen Nachwuchsermittlern. Die zwei Frauen und sieben Männer sind Studenten von der Verwaltungsfachhochschule in Altenholz bei Kiel und absolvieren hier als sogenanntes Ausbildungskommissariat seit Anfang Februar den ersten Teil ihres praktischen vierten Semesters. Zwei von ihnen sind Kriminalkommissars-Anwärter, werden also nach dem Studium zur Kripo in den gehobenen Dienst gehen. Sieben Kollegen wollen entsprechend zur Schutzpolizei.

Thimo und Sebastian (beide 24) kommen eigentlich aus Niedersachsen und sind für ihr Studium in den Kieler Raum gezogen. Doch zurzeit heißt ihr Arbeitsort Neumünster. „Hier ist ordentlich was los“, sagen die beiden Studenten. Sie sind gerade auf dem Sprung. Zuerst wollen sie eine DNA-Probe nehmen, danach warten weitere Ermittlungen im Stadtgebiet auf sie. Ausgerüstet mit Schutzweste und Waffe verstauen sie zwei große Taschen im zivilen Dienstwagen. Dann fahren sie los.

Ebenso wie ihre Kommilitonen sind sie froh, das bisher überwiegend theoretische Wissen des Bachelor-Studiums endlich praktisch anwenden zu können. „Es ist prima, dass wir von Anfang an stark eingebunden werden und ins kalte Wasser müssen. Man lernt mit jedem Fall was Neues. Das gibt einem keine Theorie“, sind sich Thimo und Sebastian einig. Die Eigenständigkeit der Nachwuchskollegen ist Kriminalhauptkommissar Oliver Schlüter, Leiter des Ausbildungskommissariats, und seinem Kollegen Kriminalkommissar Patrick Lewerenz sowie Stabsleiter Jürgen Hoppe, der die jungen Leute nach dem Praktikum beurteilen wird, sehr wichtig. „Sie machen hier zwei Monate lang normale Sachbearbeitung und werden dabei von erfahrenen Kollegen begleitet. Unterschiede zwischen Schutz- und Kriminalpolizei gibt es dabei nicht“, erklärt Oliver Schlüter. Und er lobt: „Die Studenten sind schnell recht selbstständig geworden in ihrer Arbeit.“

Egal ob Diebstahl, Betrug, Einbruch, Urkundenfälschung oder Raub – sie bekommen die gesamte Palette des Kripo-Alltags „serviert“ und müssen alle eigene Ermittlungsvorgänge bearbeiten.

Besonders hilfreich waren die jungen Ermittler bereits Anfang Februar, nachdem an der Feldstraße ein Mehrfamilienhaus in Flammen stand. Schnell ging die Polizei von Brandstiftung aus. Weil die Studenten schon vor Ort waren, wurden sie sofort für umfangreiche Zeugenbefragungen mit hinzugezogen.

„Die Motivation bei den jungen Leuten ist groß“, lobt Ausbilder Schlüter. Für ihn und seine Kollegen bedeutet die Ausbildung auf der einen Seite zwar Mehrarbeit, auf der anderen Seite ist der Nachwuchs aber auch eine gute Unterstützung, wenn es eng wird. Für die Kripo Neumünster ist es deshalb schade, dass keiner der neun Studenten bei der hiesigen Kripo den nächsten Praktikumsteil absolvieren kann. Stattdessen werden sie bis zum Sommer auf andere Dienststellen in der Direktion verteilt.

Für die Ermittler an der Alemannenstraße war es nicht leicht, für das Ausbildungskommissariat Raum zu schaffen. Immerhin leidet die Polizei bereits seit Jahren an dem Standort selbst mit der Stammbelegschaft unter akuter Enge (der Courier berichtete). Um der Gruppe ein vernünftig ausgestattetes Großraumbüro und ein weiteres Vernehmungszimmer zur Verfügung stellen zu können, rückten andere Kollegen zusammen und lösten einen Besprechungsraum auf. „Die logistische Herausforderung wird bleiben, jetzt, wo das Land mehr Kräfte ausbilden wird“, meint Stabsleiter Hoppe. So fehlen zum Beispiel nicht nur Räume, sondern auch Dienstwagen. Dennoch freuen sich die Ermittler in Neumünster, dass sie hier in Zukunft regelmäßig den Nachwuchs ausbilden werden.

Daten und Fakten:

Landesweit sind zurzeit 82 Studenten (gehobener Dienst) der  Verwaltungsfachhochschule Altenholz in Ausbildungskommissariaten eingesetzt.  Neben  Neumünster, wo neun junge Leute zurzeit ihren Dienst tun, sind sie in Rendsburg, Lübeck, Kiel, Bad Segeberg, Flensburg, Pinneberg, Norderstedt, Bad Oldesloe, Timmendorfer Strand und Heide  tätig. Zuletzt gab es 2001 in Neumünster einmalig einen ähnlichen praktischen Teil.

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