Brandschutz in Neumünster : Nachsitzen für den Schul-Brandschutz

Die Grundschule an der Schwale wird neu gebaut. Der ursprünglich geplante Baustart im Januar ist auf Sommer verschoben.
1 von 4
Die Grundschule an der Schwale wird neu gebaut. Der ursprünglich geplante Baustart im Januar ist auf Sommer verschoben.

Politik soll eine halbe Million Euro für Baumaßnahmen freigeben / Einige Umsetzungen verzögern sich

von
09. März 2018, 08:00 Uhr

Neumünster | Zwölf Schulen in der Stadt entsprechen noch immer nicht den aktuellen Brandschutzbestimmungen. Und der notwendige Neu- oder Umbau verzögert sich zumindest an der Grundschule an der Schwale, an der Gartenstadtschule und in der Aula der Theodor-Litt-Schule weiter.

Zwar bittet die Verwaltung die Ratsversammlung am 27. März, weitere 500 000 Euro an gesperrten Mitteln freizugeben, doch „in Bezug auf die Umsetzung der ausstehenden Maßnahme ist festzustellen, dass die Auslastung der Planungs- und Sachverständigenbüros sowie der Bauwirtschaft zurzeit so hoch ist, dass es zu Verzögerungen in der Umsetzung kommt“, heißt es in der Vorlage von Stadtbaurat Thorsten Kubiak.

Laut Georg Schareck, Hauptgeschäftsführer des Baugewerbeverbandes in Schleswig-Holstein, ist das kein Einzelphänomen. Die Auslastung der Bauwirtschaft sei hoch. „Über zehn Jahre gab es einen Verdrängungswettbewerb, weil die öffentliche Hand kaum Aufträge vergeben hat. Erst seit 2008 ändert sich die Lage, und seit vier Jahren brummt es“, sagt er. Die Bauwirtschaft habe aber nach der Flaute reagiert. Es gebe im Vergleich zum Jahr 2000 nur noch die Hälfte an Arbeitern in einem Drittel weniger Betriebe. „Trotzdem ist der Umsatz um 30 Prozent gestiegen.“ Schareck begründet das mit einer Optimierung der Prozesse und einem besseren Organisationsgrad. Zudem seien die Preise gestiegen. „Das muss auch die öffentliche Hand erkennen.“ Mit zu niedrigen Geboten finde sich heute kein Unternehmen mehr.

Bereits vor rund zwei Jahren hatten Brandverhütungsschauen, zu der die Berufsfeuerwehr regelmäßig ausrückt, diverse Mängel an Schulen aufgedeckt (der Courier berichtete). In den Gebäuden wird das sogenannte Schutzziel bei der Rettung von Kindern nicht eingehalten, da ein zweiter Rettungsweg fehlt, meist aus oberen Etagen. Betroffen waren ursprünglich 16 Schulen, drei Umbauten sind inzwischen abgeschlossen, die Wichernschule wird ab Sommer organisatorisch mit der Fröbelschule zusammengelegt.

Alle Maßnahmen sind vermutlich erst 2020/2021 umgesetzt.

zur Startseite
Karte

Kommentare

Leserkommentare anzeigen