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Nach Angriffen auf Frauen : Nachfrage nach Selbstverteidigung steigt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Nach den Vorfällen in Köln werden häufiger Kurse gebucht. Großes Interesse gibt es auch an Pfefferspray.

von
erstellt am 11.Jan.2016 | 18:12 Uhr

Neumünster | Sonnabend, 20.30 Uhr in Bornhöved: Eine Jugendliche wartet an der Bushaltestelle am Adolfsplatz auf ihren Bus, als sie von zwei Männern sexuell genötigt wird. – Es sind Situationen wie diese, die derzeit bei vielen Menschen das Sicherheitsbedürfnis steigen lassen. Übergriffe auf Frauen in Köln oder Hamburg in der Silvesternacht lassen offenbar die Angst wachsen. Auch in Neumünster zeichnet sich ab, dass viele Frauen aufrüsten – sei es durch Selbstverteidigungskurse oder den Kauf von Pfefferspray.

Das bestätigt auch Wolfgang Hagge, Geschäftsführer des Studios „Neumünster Aktiv“ am Haart: „Wir bieten seit 1988 Selbstverteidigungskurse für unterschiedliche Altersgruppen an und beobachten derzeit eine steigende Nachfrage, insbesondere im letzten Quartal. Die Übergriffe in Köln waren quasi noch mal das i-Tüpfelchen.“ In sogenannten Gewaltpräventionskursen lernen die Teilnehmer dort, ein Gefühl für die Gefahr zu bekommen, und kritische Situationen nach Möglichkeit zu vermeiden. „Das beginnt bereits damit, die Straßenseite zu wechseln, wenn man vorhersehen kann, dass es eventuell Schwierigkeiten geben könnte“, erklärt Hagge das Prinzip der Kurse, die aus Theorie und Praxis bestehen. Und dort lernt man, wie man sich auch körperlich gegen Angreifer zur Wehr setzt.

Auch die Volkshochschule (VHS) an der Gartenstraße bietet im März einen Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungskursus für junge Frauen an und rechnet mit einer hohen Nachfrage. „Unser neues Programm ist am Sonnabend erschienen, und wir haben bereits erste Anmeldungen für den Kursus. Ich gehe davon aus, dass er ausgebucht sein wird“, sagt VHS-Leiter Dr. Björn Otte und ergänzt: „Wir hatten bereits für den November-Kursus eine Warteliste. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass wir diesmal vielleicht sogar einen Zusatztermin benötigen.“

Aber nicht nur solche Kurse sind gefragt, sondern in der Stadt steigt auch die Nachfrage nach Pfefferspray. „Die Verkäufe sind seit Herbst deutlich in die Höhe gegangen. Nach den Vorfällen an Silvester gab es noch mal ein Nachfrage-Plus“, sagt Dirk Johannsen, Geschäftsführer des Waffengeschäfts am Haart. Die Käuferschicht sei gemischt, vom jungen Mädchen über die Rentnerin bis zum Vater, der Tränengas für Frau oder Tochter einkauft.

Auch beim Hagebaumarkt Wigger an der Kieler Straße wird Pfefferspray derzeit gut verkauft. „Die Nachfrage ist seit den Vorfällen in Köln deutlich gestiegen. Wir mussten bereits massiv nachbestellen“, sagt Marktleiter Torsten Fiehring.

Polizeisprecher Rainer Wetzel weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es sich bei den Sprays eigentlich um Tierabwehr-Sprays handelt: „Man kann damit natürlich nicht einfach auf Menschen losgehen. Wer sich ein solches Spray kauft, sollte sich vorher damit auseinandersetzen, wie es angewendet wird und was es anrichten kann.“ Der Polizeisprecher rät zudem, sich in kritischen Situationen auf seine Intuition zu verlassen. „Wer merkt, dass eine gefährliche Situation droht, sollte lieber weglaufen: Rein ins Licht, dorthin, wo sich andere Menschen aufhalten.“

Der Verband für bürgernahe Verkehrspolitik e.V. hat vor kurzem den "Ratgeber zum Thema Selbstverteidigung" veröffentlicht.
Hier finden interessierte Bürger einen Überblick über drohende Strafen sowie umfangreiche Ratgeberinhalte rund um das Thema Selbstverteidigung und Notwehr (z.B. Selbstverteidigung für Männer, Frauen, Senioren, Notwehrlage uvm.)

 http://www.bussgeldkatalog.com/selbstverteidigung/

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