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Wohnungsmarkt : Nachfrage nach guten Wohnungen nimmt wieder zu

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Baugenossenschaft Holstein hofft auf Impulse durch Neuansiedlungen. 4 Prozent Dividende für Anteilseigner

von
erstellt am 20.Mai.2014 | 05:00 Uhr

Der Wohnungsmarkt in Neumünster kommt nach Jahren der Stagnation offenbar wieder in Bewegung: „Wir spüren eine deutliche Zunahme der Nachfragen nach guten Wohnlagen“, sagt Frank Natusch, Geschäftsführer der Baugenossenschaft Holstein. Natusch führt das vor allem auf erfolgreiche Neuansiedlungen wie das neue Milchwerk oder das DOC im Stadtsüden zurück. Weitere Impulse könnten das neue Einkaufscenter oder das neue Gewerbegebiet im Stadtnorden setzen, hofft der Wohnungsexperte: „Wir sind jedenfalls sehr zufrieden mit dem Geschäftsjahr.“

Davon will Natusch in den nächsten Wochen auch die Vertreterversammlungen der Genossenschaft überzeugen. Die Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr sollen ihm dabei helfen: So stieg die Bilanzsumme 2013 zwar nur leicht um 300 000 Euro auf 51,7 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote der Genossenschaft erhöhte sich dagegen deutlich von 33,2 auf 36 Prozent.

Auch 2013 hat der mit knapp 2500 Wohnungen zweitgrößte Vermieter der Stadt offenbar gut verdient: 3357 Anteilseigner – 21 mehr als 2012 – dürfen sich vorbehaltlich der Zustimmung der Vertreterversammlung am 17. Juni wie in der Vorjahren auf eine Dividende von 4 Prozent freuen.

Insgesamt hat die BG Holstein im vergangenen Jahr Aufträge über 6,8 Millionen Euro (überwiegend) an regionale Baufirmen und Handwerksbetriebe vergeben. Neben der energetischen Sanierung etwa an den Wohnanlagen Kolbeger Straße/Liegnitzer Straße sowie Warmsdorfstraße mit jeweils 44 Wohnungen stand dabei vor allem der Abriss des Wohnblocks Max-Richter-Straße 9-11 im Mittelpunkt. Der Wohnblock wird derzeit neu errichtet. Geplant sind 15 barrierefreie Wohnungen mit Balkon und Fahrstuhlzugang. Statt Gasthermen wie im alten Block wird es im neuen Haus Fernheizung geben.

Zu dem Abbruch und Neubau hatte sich die BG Holstein entschieden, nachdem klar geworden war, dass eine Sanierung des alten Blocks aus den 50er-Jahren wirtschaftlich nicht mehr getragen hätte. Dasselbe Schicksal steht in den kommenden Jahren auch den Nachbarblöcken bevor. Die Gebäude Max-Richter-Straße 1-3, 5-7, 13-15 sowie Gerhart-Hauptmann-Platz 5 und 6 sollen voraussichtlich bis 2020 nach und nach abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden. Den Anfang soll der Block 13-15 machen. Das Gebäude wird voraussichtlich noch in diesem Jahr geräumt und abgerissen. Die Kosten für den Neubau ab Frühjahr 2015 taxiert die Baugenossenschaft auf rund 2 Millionen Euro.

In Boostedt will die BG Holstein für rund 4 Millionen Euro an der Bahnhofstraße eine neue Wohnanlage mit 32 seniorengerechten Wohnungen errichten. Darüber hinaus sind in 2014 Modernisierungen in rund 40 Einzelwohnungen für rund 750 000 Euro geplant.

Kommentar

Licht am Ende des Tunnels

 Ist das schon die Trendwende? –  Seit Jahren leidet die Stadt unter einem Überhang  leerstehender Wohnungen, rund 2000 sollen es nach überschlägigen Schätzungen sein. Vor allem veraltete Wohnungen, teils noch aus den frühen Nachkriegsjahren,  sind trotz des vergleichsweise großen Anteils weniger  betuchter Klientel in Neumünster kaum an den Mieter zu bringen. Stadtplaner wie Wohnungsgesellschaften haben deshalb in jüngster  Vergangenheit immer wieder über den ersatzlosen Abriss ganzer Wohnblocks  nachgedacht – und  den teilweise umgesetzt.   Ganz gegen den Trend vermeldet die BG Holstein jetzt die Rückkehr solventer Mieter an den Nachfragemarkt. Das lässt hoffen, dass  neue Wirtschaftsmagneten in Neumünster, wie etwa das DOC, endlich Breitenwirkung entfalten. Prima, offenbar geht es aufwärts.

Jens Bluhm

 

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