zur Navigation springen
Holsteinischer Courier

12. Dezember 2017 | 23:12 Uhr

Flüchtlinge : Nachfrage nach Beratung steigt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Diakonie Altholstein hatte 2015 rund 30 Prozent mehr Klienten als im Vorjahr.

von
erstellt am 15.Jan.2016 | 09:00 Uhr

Neumünster | Die Flüchtlingsberatung der Diakonie Altholstein blickt auf ein bewegtes Jahr zurück. Die Zahl der Beratungen schoss 2015 deutlich in die Höhe. Um dem Ansturm gerecht zu werden, wurde im vergangenen Jahr mehr Personal eingestellt. Im September zog die Flüchtlingsberatung vom Alten Kirchhof in das neue Beratungszentrum am Haart, das sich unweit der Erstaufnahmeeinrichtung befindet.

„Wir haben uns im Hinblick auf die aktuelle Entwicklung neu aufgestellt und sämtliche Angebote der Flüchtlings- und Migrationsberatung zusammengefasst“, sagt Fachbereichsleiter Michael Frenzel. „Ein großer Vorteil des Umzugs ist, dass wir hier am Haart über eigene Veranstaltungsräume verfügen“, erklärt Flüchtlingsberaterin Rike Müller. Dort finden inzwischen auch die regelmäßigen Informationsveranstaltungen und das Haart-Café statt, das sich früher in den Räumen der Bonhoeffer-Gemeinde an der Tizianstraße befand. Das Haart-Café wird von 20 Ehrenamtlichen begleitet und bietet den Flüchtlingen auch außerhalb der Erstaufnahmeeinrichtung die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme. Das Café findet jeden Donnerstag von 15 bis 17 Uhr statt und soll voraussichtlich ab Februar um einen weiteren Tag ergänzt werden. „Montags von 10 bis 12 Uhr planen wir ein Frühstücks-Café mit einer Tauschbörse und eventuell auch noch einen dritten Zusatztermin am Dienstag“, sagt Rike Müller. Auch hier wird es für Flüchtlinge die Möglichkeit geben, sich direkt vor Ort beraten zu lassen.

Erhöht werden soll in diesem Jahr auch die Zahl der Informationsveranstaltungen zum Ablauf des Asylverfahrens und weiteren Themen. Zudem ist eine Aufteilung nach Nationalitäten geplant, um besser auf die Bedürfnisse der Flüchtlinge eingehen zu können.

Ab dem 19. Januar wird an zwei Tagen in der Woche Deutsch-Unterricht von einem ehrenamtlichen Helfer angeboten. „Geplant ist darüber hinaus ein Termin, bei dem die Flüchtlinge Deutschlandkunde erhalten und alles erfahren, was als Neuankömmling wichtig ist“, kündigt Rike Müller an.

250 Menschen (Vorjahr: 190) haben 2015 die Flüchtlingsberatung aufgesucht, darunter waren rund 150 besonders schutzbedürftige Personen wie Traumatisierte, Behinderte oder Alleinerziehende. Die meisten von ihnen stammen aus Syrien, Afghanistan, dem Irak und Iran. Ein Hauptaspekt der Beratung ist die Vorbereitung auf das Interview beim Bundesamt, das die Grundlage für die Anerkennung als Asylberechtiger bildet. „Viele Flüchtlinge wissen nicht, was sie in der Anhörung erwartet, da herrscht viel Verunsicherung, was man von seiner persönlichen Geschichte erzählen soll und was nicht“, sagt Rike Müller. Ein zweiter wichtiger Aspekt sei das Thema Familiennachzug.

Die Sprechstunden wurden im vergangenen Jahr aufgrund der großen Nachfrage ausgeweitet. Sie finden derzeit an zwei festen Tagen pro Woche im Büro von Rike Müller, zweimal pro Woche während des Haart-Cafés sowie nach Vereinbarung statt. Auch das Personal wurde 2015 weiter aufgestockt. Zwei Halbtagskräfte sind seit Oktober und November im Bereich der Migrationsberatung im Einsatz, eine Anerkennungspraktikantin unterstützt die Mitarbeiter seit September. Parallel dazu nahm Jaqueline Al Achkar ihren Dienst auf, die als Koordinatorin für vier interkulturelle Ämterlotsen im Einsatz ist.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen