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Bürgerversammlung : Nachbarn trugen Sorgen vor

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

300 Anlieger ließen sich über das geplante Flüchtlingszentrum an der Färberstraße informieren

Neumünster | Rund 3000 Bewohner rund um die ehemalige Hindenburg-Kaserne hatte die Stadt eingeladen, und fast jeder zehnte war am Donnerstagabend in die Aula der Immanuel-Kant-Schule gekommen, um sich über das Zentrum für Flüchtlinge zu informieren, das die Stadt dort einrichten will. Die Diskussion um Für und Wider blieb meist sachlich, fremdenfeindliche Parolen gab es nicht. Aber einige Bürger machten durchaus deutlich, dass sie sich Sorgen machen über Aspekte der Sicherheit, über zunehmenden Verkehr oder um die Werte der Immobilien.

Die Polizei war vorsorglich mit ein paar Beamten vor Ort, weil sich im Vorfeld der Veranstaltung auch die rechtslastige Facebook-Gruppe „Neumünster wehrt sich“ angekündigt hatte. Einschreiten mussten die Polizisten nicht; außer einigen Unmutsbekundungen verlief der Abend gesittet.

Thorben Pries, Büroleiter des (erkrankten) Oberbürgermeisters, schilderte den Hintergrund und Zweck der Einrichtung. Ab Januar 2017 soll in der Ex-Kaserne eine Gemeinschaftseinrichtung arbeiten, in der zwischen 80 und 110 Flüchtlinge eine Unterkunft für ein paar Wochen finden, bevor sie auf Wohnungen in der Stadt verteilt werden können. Die Stadt stellt sich auf rund 1400 Flüchtlinge pro Jahr ein, für die rund 430 Wohnungen benötigt werden. Geplant ist, für das Zentrum einen alten Kasernenblock an der Färberstraße für 2,3 Millionen Euro zu sanieren (der Courier berichtete).

Pries betonte, dass lediglich zwei Gebäude des Geländes überhaupt für eine Sanierung infrage kämen. „Wir kommen allerdings mit einem Gebäude aus“, stellte er klar. „Der Bund übernimmt die Kosten zum großen Teil“, sagte Pries. Im Erdgeschoss sollen 14 Büros für maximal 30 Mitarbeiter verschiedener Behörden entstehen. „Die Büros stehen in direktem Zusammenhang mit der Flüchtlingsarbeit“, betonte er.

Sie werden unter anderem von einer Betreuung, der Stadtverwaltung und einem Sicherheitsdienst genutzt werden. Die Sanierung dieses Bereichs kann als kommunale Gemeinschaftseinrichtung mit bis zu 70 Prozent vom Land gefördert werden. „Wir pachten das Gebäude auf unbefristete Zeit und geben das Gebäude dann an den Bund zurück“, erklärte Thorben Pries. Vertragspartner ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), der Pachtvertrag sei aber noch nicht unterzeichnet.

Aussagen zur Höhe der monatlichen Miete konnte Thorben Pries auf Nachfrage noch nicht treffen: „Im Verhältnis zur Größe des Gebäudes bekommen wir es zu günstigen Konditionen“, sagte er allerdings.

In der Fragestunde beschäftigten sich die Besucher besonders mit der Verkehrs-Situation in der Färberstraße. Petra Bremer wohnt direkt gegenüber der Kaserneneinfahrt Färberstraße und zeigte sich besorgt über die Verkehrssituation: „Mir ist wichtig, dass das geprüft wird. Der Autoverkehr ist wegen des Kopfsteinpflasters sehr laut. Außerdem liegt an der Ecke der Schulweg, der muss gesichert sein.“ Thorben Pries antwortete: „Die Zuwegung von der Carlstraße ist breiter. Wir sind darüber im Gespräch mit der Bima.“

Viele Besucher kritisierten die hohen Kosten der Einrichtung und eine fehlende Nachhaltigkeit. Eine Anliegerin sagte, sie mache sich schon ein paar Gedanken um die Sicherheit ihrer kleinen, blonden Tochter.

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erstellt am 16.Apr.2016 | 08:30 Uhr

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