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Nortorf : Nach Großbrand: Hilfsbereitschaft ist überwältigend

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Familie Sturaro bedankt sich bei allen, die zur Hilfe eilten.

Nortorf | Der Schock steht ihnen noch ins Gesicht geschrieben: Am frühen Morgen des 21. Januars brannte das Haus der Familie Sturaro in der Marienburger Straße komplett nieder. Das einzige was ihnen blieb ist ein Foto. „Eins aus schönen Zeiten“, sagt Familienvater Gabriel Sturaro. Obwohl sie den Verlust noch verarbeiten müssen, wollen sie vor allem eins: Danke sagen!

„Uns haben so viele Menschen geholfen“, berichtet der 55-jährige Familienvater, „die Stadt, die Verwaltung, die Schule, die Kirche, Freunde, Nachbarn und viele weitere, teils auch unbekannte Helfer – wir sind einfach nur überwältigt und hätten mit so viel Hilfe niemals gerechnet.“ Dabei seien es nicht zwingend immer die materiellen Dinge, die die Familie berührt haben. „Uns wurde Trost gespendet“, sagt Gabriel Sturaro, „eine einfach Umarmung reicht da oft schon.“

Bis auf ein Familienfoto, das bei der Taufe des jüngsten Sohnes entstanden ist, ist der sechsköpfigen Familie nichts geblieben. Sogar nach dem Feuer wurde in dem Haus geplündert. „Als das Feuer ausbrach, stand ich in Unterhose auf der Straße“, erinnert sich der gebürtige Italiener. Als sein dreijähriger Sohn aus dem untersten Stockwerk „Hilfe“ rief, eilte Gabriel Sturaro nach unten. „Wenn ich alleine im Haus gewesen wäre, hätte ich vielleicht noch versucht, das Feuer selbst zu löschen. So war für mich nur wichtig, dass ich meinen Sohn aus dem Haus bekomme.“ Der Jüngste der Familie hatte mit einem Feuerzeug gespielt. Binnen kurzer Zeit stand das Haus in Flammen. „Der Wehrführer hat zu mir gesagt, es war kurz vor zwölf.“ Bestätigen kann dies auch Nico Plambeck: „Sogar die Betondecke ist eingestürzt“, sagt der beste Freund der Familie, der selbst bei der Berufsfeuerwehr tätig ist. „Ich bin froh, dass der Familie nichts passiert ist.“ Sofort eilten nicht nur die Einsatzkräfte der Feuerwehr in die Marienburger Straße, auch weitere Helfer waren vor Ort. „Wir haben alles verloren, aber tolle Hilfe erfahren dürfen.“ Viele der Spenden wurden unter anderem beim Nachbarn Heiko Kleinschmidt sortiert. „Sein Wohnzimmer konnte man gar nicht wiedererkennen vor lauter Kartons“, berichtet Gabriel Sturaro.

Derzeit ist die Familie, bestehend aus den Söhnen Jason (14), Davin (13), Alessandro (3) sowie Tochter Melissa-Angelina (9) und den Eltern Gabriel und Viktoria in einem Ferienhaus in Borgdorf-Seedorf untergebracht. Nach einer neuen Unterkunft wird aber schon gesucht. Irgendwie müsse es ja weiter gehen, sagt die Familie. Nicht nur die Unterstützung der vielen Helfer ist für Gabriel Sturaro überwältigend, „auch meiner Frau gilt mein höchster Respekt. Ohne sie hätten wir die Zeit nicht so gewuppt bekommen.“

Am Wochenende trafen sich viele Freunde und Helfer, darunter auch Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr, zum Entrümpeln des Hauses. Die Kosten für den benötigten Container hat die Bürgerstiftung des Amtes Nortorfer-Land übernommen. Das Haus soll anschließend abgerissen und neu aufgebaut werden.

Wenn der große Schock größtenteils verarbeitet ist, wollen die Sturaros ein Fest feiern. „Das klingt vielleicht merkwürdig, nach einem Brand zu feiern, aber es ist unser Wunsch, alle Helfer einzuladen, in Ruhe etwas gemeinsam zu essen und zu trinken. Damit wollen wir dann noch einmal Danke an alle sagen.“ Innerlich sei er zwar am Boden zerstört und sehr traurig, aber, so Sturaro: „Gesundheit und Familie sind am wichtigsten. Wir haben alles verloren. Aber uns nicht. “

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erstellt am 17.Feb.2016 | 17:00 Uhr

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