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Feuer am Brunnenkamp : Nach der Brandstiftung: Säugling ist wieder wohlauf

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Am Brunnenkamp ging ein Sperrmüllhaufen in Flammen auf. Zwei Wohnungen wurden schwer beschädigt. Die Polizei sucht nach Zeugen.

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erstellt am 19.Feb.2015 | 06:30 Uhr

Neumünster | Großeinsatz für die Rettungskräfte: Vor einem Mehrfamilienhaus an der Straße Am Brunnenkamp ist in der Nacht zu Mittwoch ein Sperrmüllhaufen in Brand geraten. Die Flammen griffen auf das Gebäude über, zwei der insgesamt sieben Wohnungen wurden durch das Feuer komplett unbewohnbar. Ein zwei Monate altes Kind wurde mit Verdacht auf Rauchvergiftung ins Friedrich-Ebert-Krankenhaus eingeliefert. Der Säugling schlief in einer Wohnung des Nachbargebäudes, in die durch ein offenes Fenster Rauch eingedrungen war. Das Kind ist inzwischen wieder zu Hause, weitere Menschen wurde nicht verletzt. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.

Um 1.12 Uhr war der Alarm bei der Berufsfeuerwehr eingegangen, wenige Minuten später waren die Feuerwehrleute vor Ort. Im Einsatz waren auch der Rettungsdienst und die Freiwilligen Feuerwehren Stadtmitte und Brachenfeld. Beim Eintreffen des Löschzuges hatten die Flammen, die von dem Sperrmüllhaufen ausgingen, bereits die Hausfassade beschädigt und auf die Wohnung im Erdgeschoss übergegriffen. Die Fensterscheiben waren aufgrund der starken Hitzeentwicklung schon geplatzt. Die Bewohner der Erdgeschosswohnung, zwei Erwachsene und zwei Kinder, hatten das Haus bereits vor dem Eintreffen der Rettungskräfte verlassen.

Vier weitere Mieter wurden von der Feuerwehr rechtzeitig aus dem Haus gebracht. Einer von ihnen ist Dieter Röschmann, der in der 1. Etage wohnt. „Ich habe natürlich schon geschlafen, als das Feuer ausbrach und wurde wach, weil es sehr laut an meine Tür geklopft hat. Als ich aufmachte, stand da die Feuerwehr. Das war natürlich ein Schock“, erinnert er sich. „Wir mussten alle raus auf die Straße und haben dort fast zwei Stunden gestanden. Die Feuerwehrleute haben dann geprüft, ob noch giftiger Qualm durchs Haus zieht und danach durfte ich zurück in meine Wohnung“, erzählt der Anwohner, der noch in der Nacht seinen Bruder informierte.

Manfred Röschmann ist der Besitzer des Hauses am Brunnenkamp und stand gestern Mittag fassungslos vor der komplett verrußten Fassade. Wie hoch der Schaden ist, kann er noch nicht sagen, viel mehr beschäftigt ihn die Tatsache, dass das Feuer mutwillig entstanden sein könnte. „Das ist wirklich eine absolute Schweinerei. Man weiß doch, dass in dem Haus Menschen leben, die hätten sterben können“, sagt er schockiert.

Ob der Sperrmüllhaufen vorsätzlich in Brand gesetzt wurde oder ob es möglicherweise eine fahrlässige Tat war, ist laut Polizei noch unklar. Karl-Heinz Herrmann von der Berufsfeuerwehr bestätigt allerdings, dass eine Selbstentzündung so gut wie ausgeschlossen ist. „Bei diesen Temperaturen reicht eine Zigarettenkippe nicht aus“, sagt er. Der Feuerwehrmann warnt zudem davor, Sperrmüllberge vor Häusern so hoch aufzutürmen, dass mögliche Fluchtwege versperrt werden: „Das sieht zum Teil wirklich abenteuerlich aus.“

Die Wohnung im Erdgeschoss sowie eine weitere Wohnung im 1. Stock sind aufgrund der Brandschäden unbewohnbar. Die Mieter aus dem Erdgeschoss sind nach dem Feuer bei Verwandten untergekommen, die andere Wohnung ist derzeit nicht vermietet. Die Schadenshöhe ist noch unklar. Die Polizei hat noch in der Nacht die Ermittlungen aufgenommen. Die Beamten suchen nach Zeugen, die Hinweise darauf geben können, wer das Feuer gelegt hat. Die Polizei ist unter Tel. 94 50 erreichbar.

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