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Bornhöved : Nach dem Sturm wird immer noch aufgeräumt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ungewöhnliche Sturmwinde sorgten für immense Schäden am See.

Bornhöved | Es war nicht einmal eine Minute, meinten Anwohner der Bornhöveder Seesiedlung, dann war der Spuk wieder vorbei. Doch die Folgen des Sturms, der am Freitag über die Gemeinde hinwegfegte, müssen immer noch beseitigt werden.

Gegen 16.10 Uhr am Nachmittag wurde es still unter den Gewitterwolken am Bornhöveder See, berichteten Anwohner, die sich zur Zeit des Wetterphänomens in ihren Häusern in der Seesiedlung aufhielten. Dann sei der Wind wie ein stufenweise hochgeschalteter Fön angesprungen und habe vom See Wasser hochgerissen, wie mit Riesenhand Bäume, Baumkronen und dicke Äste entwurzelt, abgerissen und durch die Gegend gewirbelt. Besonders hat es den Tannenweg, den Hornsweg und den Eichengrund in der Seesiedlung getroffen. „In der Segeberger Landstraße hatte zuvor ein Sturmwind auf Höhe der Firma Strabag zwei Bäume entwurzelt und auf die Straße geworfen“, berichtete Hauptfeuerwehrmann Dirk Ehlers über den Einsatz der Freiwilligen Feuerwehren Bornhöved, Tarbek und Wahlstedt.

Um 16.12 Uhr wurde Alarm ausgelöst. Am See hätte eine bis zu 20 Meter hohe Wind- und Wasserhose gewütet, berichteten Anwohner. Wenige Minuten danach gab es in den betroffenen Straßen am See ein Bild der Verwüstung. Am Spielplatz am Eichengrund waren schwere Kronenteile einer Eiche auf die Schaukel und andere Spielgeräte gekracht. Im Garten von Anwohner Jörg Meins am Tannenweg entwurzelte der Wirbelsturm zwei 70 Jahre alte Fichten. „Zum Glück fielen die nicht aufs Haus, dafür leider auf das Carport des Nachbarn und dessen Auto“, meinte Meins am Montag bei den immer noch andauernden Aufräumarbeiten in der Siedlung. Ob er jetzt alle Fichten auf dem Grundstück fällen will, weil die häufig einmal bei Stürmen entwurzelt werden? „Nein, meinte der Anwohner. Die alten Fichten oder Eichen, die als Namensgeber für die Straßen dienten, gehören zur Siedlung am See dazu“, meinte Meins, während Baumpfleger Jörg Kellermann mit seinem Sohn Jüren die mannshohen Wurzelteller der Fichten mit schwerem Gerät aus dem Vorgarten der Familie zog. „Hier waren spontane Riesenkräfte am Werk“, meinte der Baumprofi beim Blick in die Nachbarschaft, wo jetzt die Kronenreste alter Eichen wie von einer Riesenhand abgedreht über die Häuser ragen.

„Stürme sind schon viele über den Bornhöveder See und die Siedlung gezogen“, meinte auch Anwohner Holger Henningsen. So ein Ereignis wie am Freitag sei allerdings neu. In seinem Garten hatte es eine große Konifere, eine Tanne und das Gewächshaus getroffen. „Zum Glück wurden keine Menschen verletzt“, sagte Bornhöveds Bürgermeister Dietrich Schwarz bei einem Ortstermin am See am Montag. Noch muss allerdings an einigen Orten in der Gemeinde nachgearbeitet werden. Besonders halb angerissene Äste müssten mit Hilfe eines Hubsteigers entfernt werden, meinten Bürgermeister und Gemeindewehrführer Dirk Stemke.

„Hut ab vor der Feuerwehr“, hieß es von den betroffenen Anwohnern. Die drei Wehren waren am Freitag mit 50 Leuten zu 19 Einsatzstellen ausgerückt und fast bis Mitternacht im Einsatz gewesen. 

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