Latendorf : Nach dem Ringreiten hat’s gefunkt

Sie haben guten Grund, sich zu freuen: Gisela und Karl-Heinrich Struve sind seit 60 Jahren verheiratet.
Foto:
Sie haben guten Grund, sich zu freuen: Gisela und Karl-Heinrich Struve sind seit 60 Jahren verheiratet.

Gisela und Karl-Heinrich Struve aus Latendorf feiern heute ihre diamantene Hochzeit.

shz.de von
04. Januar 2018, 12:02 Uhr

Latendorf | Es war Liebe auf den ersten Blick: Als Karl-Heinrich Struve (85) seine Gisela (86) zum ersten Mal sah, war er hin und weg von ihr. Und heute feiert das Paar seine diamantene Hochzeit. Geheiratet haben die beiden vor 60 Jahren, am 4. Januar 1958.

„Aber kennengelernt haben wir uns schon acht Jahre früher, 1950 beim Ringreiten in Fuhlendorf“, erinnert sich Karl-Heinrich Struve, den viele freundschaftlich Kalli nennen, lachend. 19 Jahre jung waren die beiden damals. Fuhlendorf liegt bei Bad Bramstedt und dort gab es eine Gastwirtschaft, die Gisela Struve immer noch „Krug“ nennt. Dorthin ist Kalli aus seinem Geburtsort Luhnstedt im Kreis Rendsburg-Eckernförde mit dem Fahrrad gefahren. „Nach dem Ringreiten gab es im Krug einen Tanz, und dabei haben wir uns kennen gelernt“, erklärt Gisela Struve, die mit dem Mädchennamen Wittorf auf dem elterlichen Hof im Braaker Weg in Latendorf zur Welt gekommen ist. Dort fand auch die kirchliche Trauung statt. „Der Pastor kam aus Großenaspe zu uns auf den Hof, denn er hatte schon ein Auto“, erinnert sie sich. Die standesamtliche Trauung gab es in Gadeland.

Acht Jahre waren zwischen dem ersten Kennenlernen und der Heirat vergangen, in der Zwischenzeit hat der gelernte Elektriker Karl-Heinrich im Rheinland im Bergbau gearbeitet, Gisela blieb im Norden und hat als Hauswirtschafterin ihr Geld verdient.

In seinem jetzigen Haus an der Hauptstraße lebt das Paar seit 1964. Die Struves haben zwei Söhne, eine Tochter und sind glücklich über drei Enkel und einen Urenkel. Gisela und Kalli Struve sind bewundernswert fit, sie haben viele Jahre gerne getanzt. „Wir waren oft in Boostedt im Waldkater zum Tanzen, waren aber auch in Neumünster zum Walken“, erzählt die Jubilarin und lässt zwischendurch etwas Platt einfließen. „Wir haben immer platt gesnackt domals“, sagt sie lächelnd. Heutzutage ist es weniger geworden mit dem Tanzen, aber dafür geht sie regelmäßig zur Gymnastik und macht gerne Handarbeiten. Ihren Kalli kennt man im Dorf als begeisterten Archivar, der Latendorfs Geschichte zusammen trägt. Außerdem war er Gemeindevertreter, Wehrführer und hat sich um die Wasserversorgung gekümmert.

Was auffällt: Die beiden lachen viel und herzlich miteinander. Vielleicht ist das der Kitt, der beide so lange zusammen gehalten hat.
Dies und die beständige gegenseitige Achtung voreinander: „Man muss den anderen respektieren, auch und gerade dann, wenn man merkt, dass man unterschiedlicher Meinung ist“, erklärt das Ehepaar.


zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen