Brügger Markt : Nach dem Feuer in Brügge: Die Ermittlungen dauern an

Das Gelände mit dem abgebrannten alten Gasthaus gehört der Kieler Firma Central Bau. Wann der Schutt abgefahren wird, ist nicht bekannt.
Das Gelände mit dem abgebrannten alten Gasthaus gehört der Kieler Firma Central Bau. Wann der Schutt abgefahren wird, ist nicht bekannt.

Der Bauschutt vom Brügger Markt liegt noch. Das Gutachten für den Kirchturm ist erstellt.

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16. September 2020, 17:31 Uhr

Der Kirchturm der Brügger St.-Johannis-Kirche ist mit einer Plane geschützt. Der Schutt auf dem Gelände, wo einmal die Gaststätte Brügger Markt stand, ist noch nicht abgefahren. Fast drei Monate ist das verheerende Feuer her. Die Brandursache ist noch ein Rätsel.

Am späten Nachmittag des 26. Juni brannte der baufällige Landgasthof Brügger Markt gegenüber dem Dorfplatz lichterloh. Das Feuer griff auf den Turm der denkmalgeschützten St.-Johannis-Kirchengemeinde über. Der Brügger Markt brennt komplett ab.

Am späten Nachmittag  des 26. Juni brannte der baufällige Landgasthof Brügger Markt gegenüber dem Dorfplatz lichterloh.
Regina Doppler-Roth
Am späten Nachmittag des 26. Juni brannte der baufällige Landgasthof Brügger Markt gegenüber dem Dorfplatz lichterloh.
 

Brandursache weiter unklar

Wie die Neumünsteraner Polizei jetzt erklärte, sind die Ermittlungen zur Brandursache immer noch nicht abgeschlossen. Was das Feuer entfacht habe, könne noch nicht gesagt werden.

Das seit neun Jahren leerstehende Gasthaus gegenüber des Dorfplatzes bannte komplett nieder. Die Firma Central Bau aus Kiel hatte das Gelände gekauft, Planungen für die Nutzung durch den Bau von Eigentumswohnungen lagen vor. Wann der Bauschutt abgefahren wird, ist nicht bekannt. Dazu erklärte die Geschäftsführerin der Central Bau aus Kiel, Claudia Büsgen: „Der Verwaltungsablauf muss eingehalten werden, und durch Corona gibt es Verzögerungen.“ Weiter sagte sie, dass es bei der Baugenehmigung jetzt um die Feinabstimmung mit dem Denkmalschutz gehe.

Mehrfamilienhaus soll entstehen

Geplant ist ein Mehrfamilienhauses mit 15 Wohneinheiten. Der Bauantrag wurde bereits am 3. Januar 2020 vom Kreis Rendsburg-Eckernförde aus denkmalrechtlichen Gründen abgelehnt. Die St.-Johannis-Kirche mit Kirchhof, Lindenreihe, Granitböschungsmauern, Treppenaufgang am Pastorat und das ehemalige Küsterhaus sind besondere Denkmalwerte, teilt die Denkmalschutzbehörde mit und weiter an die Central Bau: „Ihr Neubau ist geeignet, den Eindruck der genannten Kulturdenkmale, insbesondere der Kirche und des ehemaligen Küsterhauses, wesentlich zu beeinträchtigen.“ Der Neubau würde als Fremdkörper und als unvereinbar mit den Werten empfunden werden, die das Denkmal verkörpere.

Kreis hat noch keinen geänderten Bauantrag

Wie Dr. Britta Siefken, zuständig beim Kreis Rendsburg-Eckernförde für Bauaufsicht und Denkmalschutz, erklärte, wurde sowohl gegen den denkmalrechtlichen Bescheid als auch gegen den baurechtlichen Ablehnungsbescheid Widerspruch eingelegt. „Es wurde eine entsprechende Begründung der Widersprüche angekündigt. Diese wurde nach Aktenlage bisher nicht nachgereicht. Mit der Denkmalschutzbehörde wurde seitens eines von der Bauherrin beauftragten Architekten ein Gespräch geführt, und es wurde angekündigt, einen geänderten Bauantrag einzureichen. Dieses ist jedoch bis zum heutigen Tag nicht erfolgt“, sagt Siefken von der Kreisbauverwaltung.

Die Glocken im beschädigten Holzturm dürfen geläutet werden. Der Start der Restaurierungsarbeiten ist noch unklar.
Regina Doppler-Roth
Die Glocken im beschädigten Holzturm dürfen geläutet werden. Der Start der Restaurierungsarbeiten ist noch unklar.
 

Kosten für die Sanierung werden ermittelt

Für den durch Funkenflug beschädigten Kirchturm haben bisher mehrere Gutachter ihre Stellungnahmen abgegeben. Zurzeit wird alles für die Kostenerhebung zusammen getragen. Der zuständige Architekt Yves Kerschkamp aus Kiel sagte: ,,Die Standsicherheit ist geprüft, die Glocken können geläutet werden.“ Der sogenannte Kaiserstiel sei zwar ein Knackpunkt, da dort alle Holzsparren des Turmes zusammen laufen. Aber die Glocken seien nicht so gewaltig, dass weitere Schäden entstehen würden, wenn man sie betätige. Aufgrund der schwierigen Situation durch Corona sei nicht abschätzbar, wann mit der Restaurierung des Turms begonnen werden könne.





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