Mindestlohn in Neumünster : Nach Courier-Artikel: Drohungen gegen Taxiunternehmer

Dennis Templin fand den Courier-Artikel mit seinem Kopf als Zielscheibe markiert im Briefkasten. Das Original ist bei der Polizei. Templin hat Anzeige erstattet.
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Dennis Templin fand den Courier-Artikel mit seinem Kopf als Zielscheibe markiert im Briefkasten. Das Original ist bei der Polizei. Templin hat Anzeige erstattet.

Dennis Templin fand nach offenen Worten in einem Courier-Artikel einen Drohbrief im Briefkasten. Die Polizei ermittelt

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17. Januar 2015, 15:00 Uhr

Neumünster | Dennis Templin ist erschüttert. Wegen seiner klaren Aussagen im Courier-Artikel „Mindestlohn kostet schon Taxi-Jobs“, der am Freitag, 9. Januar, erschien, fühlt sich der 33-jährige Taxiunternehmer aus Neumünster bedroht. In seinem Briefkasten fand er jetzt einen Zeitungsschnipsel des Berichts. Auf dem Foto ist sein Zitat mit einem Textmarker und sein Kopf als Zielscheibe markiert. Darüber steht RIP. Die Abkürzung steht für „Rest in Peace“, also Ruhe in Frieden.

„Mit so einer Reaktion habe ich nicht gerechnet“, sagt Templin. Es gab auch nicht nur das Drohschreiben. In zwei aufeinander folgenden Nächten seien ihm zudem die Radkappen seines Taxis zertreten beziehungsweise gestohlen worden, sagt Templin.

In dem Artikel hatte sich der Unternehmer, der sein Taxi selbst fährt und keine angestellten Fahrer beschäftigt, gegen die vom Taxigewerbe beantragte Erhöhung der Taxitarife und für eine Reduzierung der Taxen in Neumünster ausgesprochen. „Mir tun alle Fahrer leid, die wegen des Mindestlohns ihren Job verloren haben“, so Templin. Er befürchtet jedoch, dass die Fahrgäste bei steigenden Preisen ausbleiben und auf private Fahrgemeinschaften oder Schwarztaxen ausweichen, die man sich über soziale Netzwerke ordern kann.

„Ich haben den Mindestlohn nicht erfunden, stehe natürlich aber zu meiner Meinung“, sagt Dennis Templin. Er empfiehlt sogar allen angestellten Fahrern, die Eignungsprüfung bei der Industrie- und Handelskammer zu absolvieren und sich ebenfalls selbstständig zu machen. „Dass das vielleicht nicht jedem passt, ist in Ordnung. Aber das, was passiert ist, ist kriminell“, sagt Dennis Templin.

Er hat den Zeitungsschnipsel zur Polizei gebracht und Anzeige erstattet. Die Ordnungshüter ermitteln. „Das ist eine Bedrohung und wird beim 2. Polizeirevier bearbeitet“, bestätigt Polizeisprecher Rainer Wetzel.

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