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Holsten-Galerie : Nach Bombendrohung in Neumünster: Polizei sucht Zeugen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Holsten-Galerie wurde am Donnerstag nach einer anonymen Drohung geräumt. Der Kampfmittelräumdienst rückte an.

Neumünster | Ein anonymer Anrufer und ein herrenloser Rucksack in einem Schließfach haben Donnerstagnachmittag zu einem Großeinsatz von Polizei, Kampfmittelräumdienst und Feuerwehr in der Holsten-Galerie geführt. Das Einkaufszentrum wurde ab 16.50 Uhr geräumt, die Straßen rundherum kurz darauf gesperrt. Zeitweise waren 60 Helfer vor Ort.

Gegen 13.30 Uhr meldete sich der Unbekannte in der Leitstelle der Berufsfeuerwehr. Er drohte: „Um 18 Uhr passiert was.“ Die Feuerwehr gab diese Meldung an die Polizei-Leitstelle in Kiel, die Center-Managerin Mailin Huljus informierte. Gemeinsam wurde entschieden, die Drohung ernst zu nehmen. „Unsere Techniker haben zunächst die Galerie abgesucht. Alle Kunden wurden mehrfach aufgerufen, ihre Sachen auch aus den Schließfächern zu holen“, sagte Mailin Huljus. Übrig blieb ein grauer Rucksack in Schließfach 25 hinter der Restaurantzone.

Per Durchsagen und mit Hilfe der Polizei wurden daraufhin etwa 2500 Kunden und Angestellte vor die Tür geschickt. „Wir wussten gar nicht, was los ist. Ich habe eigentlich Feierabend, aber meine Tasche und meine Schlüssel stehen noch im Laden“, berichtete Sylvia Wulf, stellvertretende Filialleiterin eines Schuhgeschäfts. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen Kirsten Degen und Stephanie Frank saß sie um kurz nach 19 Uhr auf dem Bordstein am Gänsemarkt.

Rund 300 Personen warteten zu diesem Zeitpunkt noch vor der Galerie, hauptsächlich, um an ihre Autos auf dem Parkdeck zu kommen. Auch das war gesperrt. Zusätzlich zur Polizei riegelten Mitarbeiter der Holsten-Galerie die Zugänge ab. Da half auch das inständige Bitten einer Frau nichts: „Ich habe einen wichtigen Termin und brauche das Auto“, flehte sie. Vergebens. „Wir gehen lieber auf Nummer sicher und schließen die Galerie für ein paar Stunden, als dass hier noch etwas passiert“, sagte Mailin Huljus.

Unterdessen untersuchten zwei Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes aus Groß Nordsee den Rucksack. In dickem Schutzanzug machte sich ein Beamter auf den Weg über den Personalaufgang vom Teich aus. Der Löschzug der Berufsfeuerwehr mit Rettungswagen und Notarzt um Einsatzleiter Henning Liebke warteten ebenfalls am Teich.

Die Entwarnung gab es um 19.12 Uhr. In dem Rucksack befanden sich Sportsachen. Eine Hose, Handtücher, T-Shirt und Trinkflasche beförderte Polizeihauptkommissarin Nicole Böckers hervor. Warum der Besitzer die Tasche nicht abholte, blieb unklar. Böckers nahm sie mit zum 1. Polizeirevier.

Ebenfalls nicht geklärt werden konnte am Donnerstag, ob der anonyme Anrufer etwas mit dem Rucksack zu tun hat. Die Kriminalpolizei ermittelt. Hinweise zum Anrufer werden unter Tel. 945-0 entgegen genommen.

Dieser herrenlose Rucksack mit Sportsachen im Schließfach 25 beschäftigte gestern mehr als eine Stunde lang den Kampfmittelräumdienst. Center-Managerin Mailin Huljus (links) und Polizeihauptkommissarin Nicole Böckers zeigen das Corpus Delicti.
Dieser herrenlose Rucksack mit Sportsachen im Schließfach 25 beschäftigte gestern mehr als eine Stunde lang den Kampfmittelräumdienst. Center-Managerin Mailin Huljus (links) und Polizeihauptkommissarin Nicole Böckers zeigen das Corpus Delicti.
 
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erstellt am 19.Mai.2017 | 07:00 Uhr

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