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Holsteinischer Courier

17. Dezember 2017 | 03:39 Uhr

Faldera : Nach 81 Jahren: Aus für die Uker Halle

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Siedler können die Unterhaltung nicht mehr bezahlen. Die Stadt nimmt das Erbpachtgrundstück zurück.

von
erstellt am 08.Jan.2016 | 18:16 Uhr

Neumünster | 81 Jahre lang war die Uker Halle im Herzen von Faldera der Treff und die Versammlungsstätte der Siedlergemeinschaft Ehndorfer Platz. Das ist jetzt Geschichte, denn gestern gaben die Siedler das Gebäude an der Uker Straße zurück an die Stadt. Obwohl die bislang für ihr Grundstück keine Erbpacht verlangte, waren die Unterhaltungskosten für die Siedler nicht mehr zu tragen.

„Wir hängen an unserer Halle. Sie ist schließlich seit 1935 unser Versammlungspunkt“, sagte Uwe Kröger, der Leiter der Siedlergemeinschaft. Auch andere Siedler hatten dort ihren Treffpunkt. Es gab in dem Holzbau zahllose private Familienfeiern vom Geburtstag bis zum Polterabend, doch die erhobenen Mieten deckten schon länger nicht mehr die Kosten. Da es zuletzt öfter Probleme mit Anliegern wegen des Lärms von privaten Feiern gab, hatte die Siedlergemeinschaft die Nutzung durch Externe deutlich einschränken müssen.

Der Sanierungsbedarf ist nicht zu verleugnen. Die letzte große Modernisierung in Eigenhilfe war in den 1980er-Jahren. „Die Ehrenamtler, die das Gebäude und die Grünanlage in Schuss halten, sind in die Jahre gekommen. Sie können und wollen aus Altersgründen nicht mehr“, nannte Kröger einen weiteren Grund für den Vorstandsentschluss zur Rückgabe an die Stadt. Eine Siedlerversammlung am Donnerstag bestätigte ihn noch einmal.

„Die Gemeinschaft mit etwa 100 Mitgliedern besteht aber weiter, und es ist nicht auszuschließen, dass wir die Halle weiter nutzen dürfen. Aber die Regie führt jetzt die Stadt“, sagte Uwe Kröger. Die Siedler hoffen, dass es irgendwie weitergeht. Uwe Kröger: „Wir lassen deshalb auch alles Mobiliar und Geschirr hier.“

Die künftige Nutzung der Uker Halle und des gut 1150 Quadratmeter großen Grundstücks ist noch offen, betonte Stadtplaner Bernd Heilmann. Das Gebäude aus Holz war ursprünglich eine Seuchenbaracke am Meßtorffweg. Die Stadt wollte die Baracke damals schon niederbrennen, doch die Siedler bauten sie 1935 am Meßtoffweg ab und an der Uker Straße wieder auf. Die beiden Seitenflügel wurden Anfang der 1960er-Jahre angebaut. Der Saal bietet Platz für etwa 80 Besucher. Es gibt eine kleine Bühne, WCs und eine Bar mit Spüle und Kühlschrank, aber keine richtige Küche. Insgesamt hat das Gebäude eine Nutzfläche von 135 Quadratmetern.

„Laut Flächennutzungsplan handelt es sich um eine Grünfläche mit Parkanlage“, erklärte Heinz Peters vom Liegenschaftsamt der Stadt. Heilmann: „Im Siedlungsgebiet ist das schon ein bedeutender Punkt, quasi eine Insel mit Grün inmitten der Siedlerhäuser.“ Die Abrissbirne müsse die Halle zunächst nicht fürchten, weiß Uwe Kröger: „Da steht der Denkmalschutz vor. Das Landesamt überlegt, die Siedlung als Ensemble unter Schutz zu stellen.“

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