Grossharrie : Nach 50 Jahren wieder Jungstörche und dann gleich vier Stück

1964 wurde die alte Scheune abgerissen. „Seitdem gab es keine Storchenbrut mehr auf dem Hof“, sagte Altbauer Detlef Sötje, der noch Fotos aus der Zeit gefunden hatte.
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1964 wurde die alte Scheune abgerissen. „Seitdem gab es keine Storchenbrut mehr auf dem Hof“, sagte Altbauer Detlef Sötje, der noch Fotos aus der Zeit gefunden hatte.

Auf Hof Sötje gab es zuletzt 1964 Jungstörche.

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29. Juni 2014, 08:00 Uhr

Grossharrie | Auf dem Hof von Andreas Sötje am Großharrier Dorfplatz tummeln sich wie in Neumünster Einfeld, in Bönebüttel und Großenaspe gleich je vier Jungstörche auf dem Nest. Fast 50 Jahre auf den Tag ist es her, seitdem die letzten Störche auf dem Hof gebrütet haben. 1964 zogen die Störche auf dem Hof noch einmal Junge auf. Danach wurde die alte Scheune, auf deren Giebel die Störche ihr Nest gebaut hatten, abgerissen und die Störche verschwanden. Altbauer Detlef Sötje hatte sogar noch Bilder aus dem Jahr 1964 in einem alten Fotoalbum gefunden, auf denen das Nest und die Scheune zu sehen waren.

Storchenbetreuer Jörg Heyna von der Vogelwarte Helgoland freute sich, erstmals wieder Jungstörche auf dem Hof beringen zu können. Gleich vier kräftige Jungstörche konnte Heyna mit einem Ring versehen. Die erfolgreiche Brut hatte nach dem Auftauchen eines neuen Storchenweibchens stattgefunden. Das ehemalige Nachbarschaftspaar auf Hof Röpke, das im Vorjahr vertrieben wurde, hat jetzt in Einfeld zum zweiten Mal gebrütet. Eine erfolgreiche Aufzucht gab es auch in Bönebüttel. Hier wurden ebenfalls vier Junge großgezogen ebenso wie in Großenaspe.

„2014 wird ein Top-Storchenjahr“, meinte Heyna. Über 100 Jungstörche hat der Storchenbetreuer dieses Jahr bereits beringt. In Schleswig-Holstein könnten 2014 etwa 200 Jungvögel erwartet werden. Auch die Zahl der Storchenpaare hat zugenommen. 2013 waren es 272 Paare. Dieses Jahr stieg die Zahl auf 295 Paare an. „Da auch das Wetter mitspielt und es genug Futter gibt, werden viele Jungvögel großgezogen“, sagte auch Wolfgang Brüggen vom Naturschutzbund (Nabu) in Neumünster.

Die insgesamt zwölf Jungen aus den Nestern in Einfeld, Großharrie und Bönebüttel tragen jetzt die Ringnummern 3T442 bis 3T454. Jeweils ein kurzes Klacken, dann schlossen sich die modernen Kunststoffringe um die Beine der Jungstörche. Die Ringe sollen nicht scheuern oder einwachsen und sind auf große Entfernung gut abzulesen, erklärte Heyna.

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