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Flüchtlingsambulanz : Nach 100 Tagen läuft alles rund - Weniger Flüchtlinge im FEK

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Zahl der Patienten in der Flüchtlingsambulanz im FEK ist im Januar deutlich gesunken / Vierter syrischer Arzt wartet aufs Ergebnis des Deutschtests

shz.de von
erstellt am 02.Feb.2016 | 08:30 Uhr

Neumünster | Es ist ruhiger geworden in der ersten Etage im Südflügel des Friedrich-Ebert-Krankenhauses. Ein paar Flüchtlinge sitzen im Wartezimmer der „Einheit integrierende Versorgung“. Diesen sperrigen Namen hat die  Flüchtlingsambulanz. Es sind deutlich weniger Patienten als noch im Oktober und November. 100 Tage nach der Eröffnung ist Zeit, nicht nur für die Versorgung, sondern auch für andere Dinge.

„Wir integrieren unsere neuen Kollegen, zeigen ihnen in Ruhe alle Arbeitsabläufe“, sagt Nicole Giese, die stellvertretende Pflegedirektorin im FEK. Neben elf medizinischen Fachangestellten und Gesundheits- und Krankenpflegern hat das FEK vier syrische  Ärzte  eingestellt, drei von ihnen mit festen Verträgen. Der Vierte, Mahmoud Abbas, war Anfang Dezember im NDR-Fernsehen zu sehen. Er hatte die schwere Deutsch-Prüfung nicht bestanden (der Courier berichtete). Jetzt hat er den Test wiederholt, aber die Ergebnisse sind  noch nicht bekannt. „Wir hoffen es sehr, denn wir wollen und brauchen ihn“, sagt der Ärztliche Direktor, Dr. Ivo Markus Heer. Abbas ist  derzeit offiziell  Praktikant, unterstützt mit seinem Wissen aber bereits die Kollegen Dr. Dilovan Alnouri und Dr. Munzer Shekho sowie die Kinderärztin Somia Alyousef, die ihre Sprechstunde mittlerweile  in der Kinderklinik abhält.

„Wir haben an manchen Punkten organisatorisch nachgesteuert, aber jetzt läuft alles rund. Wir sind im Vollbetrieb“, sagt Ivo Markus Heer. Dienstags bis freitags von 9 bis 23 Uhr ist die Ambulanz geöffnet. Vier bis fünf Patienten werden pro Tag behandelt. In Spitzenzeiten waren es mal über 20. Die Krankheitsbilder sind so unterschiedlich wie in der zentralen Notaufnahme auch. Von Bauchschmerzen   über chronische Leiden bis zu Infektionen reicht das Spektrum. Manchmal ist eine Kriegsverletzung dabei. Seuchen  oder hoch ansteckende Krankheiten? Fehlanzeige.  Die sieben bereitstehenden Isolationsräume mussten daher auch noch nicht benutzt werden.  

Die großen Sprachprobleme sind durch die neuen Kollegen so gut wie überwunden. „Mit neun von zehn Patienten können wir uns verständigen, ob auf Arabisch, Kurdisch oder Englisch“, sagt der Ärztliche Direktor. Wie Nicole Giese lobt er die Landesregierung. „Die haben uns im Herbst Geld gegeben und gesagt, wir sollen das Problem lösen. Das war die beste Methode, so konnten wir frei handeln.“ Trotzdem war es eine Herausforderung. „Schließlich lief alles neben dem Umzug und  dem Tagesgeschäft“, ergänzt Nicole Giese. Dem gesamten FEK-Team ist sie dankbar. „Am Anfang haben uns Kollegen aus allen Abteilungen unterstützt. Das war klasse.“

Und was wünscht sich der Ärztliche Direktor  für die Flüchtlingsambulanz? „Eine Glaskugel. Dann wüssten wir, ob im Frühjahr wieder mehr Patienten kommen oder die Grenzen dicht sind“, sagt er.

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